Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
Druckversion

*** Nürnberg, 3.10.17 (Dienstag), ab 13.30 Uhr: Proteste gegen Pegida Nürnberg am Jakobsplatz (VVN-BdA, Geyers Schwarzer Haufen/Kuhle Wampe). Weitere Infos folgen.
*** Download einer Stellungnahme einiger OpferanwältInnen im Münchner NSU-Prozess: "NSU-Opferanwälte werfen Generalbundesanwalt Irreführung vor", hier klicken!
*** Download der Anklageschrift des Tribunals "NSU-Komplex auflösen" in Köln: hier klicken!
*** Wir bitten euch um einen Unterstützungsbeitrag für unsere laufenden Projekte, auch kleine Summen sind willkommen! Zum Spendenkonto: hier klicken!

Nürnberg: Die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg warnt vor der AfD (September 2017)

fake news bis kurz vor der Bundestagswahl: Mit einem Posting vom 21. September suggerierte die AfD Nürnberg, dass sich "immer mehr jüdische Mitbürger" zu dieser Partei bekennen würden. Die Israelitische Kultusgemeinde Nürnberg (IKGN) reagierte mit dankenswerter Klarheit und bezeichnete diese Darstellung als "infam, unverschämt und bösartig". In einer Zeitungsanzeige in den Nürnberger Nachrichten (Printausgabe, 23.9.17) wies die IKGN auf antisemitische und geschichtsrevisionistische Äußerungen führender AfD-PolitikerInnen hin und riet von der Wahl der Partei ab.

uebermedien.de ("Die vermeintliche AfD-Wahlempfehlung der jüdischen Gemeinde", 23.9.2017): hier klicken!, nordbayern.de ("Bundestagswahl: Nürnbergs Juden warnen vor der AfD", 23.9.2017): hier klicken!

Fürth, 22. September: 200 AntifaschistInnen dämmten Pegida Nürnberg nachdrücklich ein (September 2017)

Pegida Nürnberg mobilisierte nach einer langen Sommerpause nur etwa 35 AnhängerInnen nach Fürth. 200 AntifaschistInnen protestierten lautstark gegen die rechte Hetz-Show und setzten sich teilweise auch mal auf die Straße. Zusammengefasst: Aufgrund unseres hartnäckigen Widerstands bekommt Pegida in der Region keinen Fuß auf den Boden, egal, welche Fraktion sich gerade aus der Deckung begibt.


Fürth, 22. September 2017: Gegen Pegida Nürnberg (Fotos: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Die gegen Pegida, AfD & Co. Aktiven waren zuletzt dreimal in vier Tagen auf der Straße! Das war wichtig, weil die Außenwirkung der rassistischen Hetze dadurch wesentlich eingeschränkt werden konnte. Dankeschön an alle!

Wir sehen uns dann am 3. Oktober in Nürnberg!

(22.9.17)

Fürth, 22. September: Auf die Straße gegen Pegida! Empört euch! (September 2017)

Am Freitag, den 22. September 2017 wollen Gernot Tegetmeyer und seine rassistische Truppe von Pegida Nürnberg wieder einmal Fürth heimsuchen und kräftig hetzen. Nachdem die nazidominierten Kollegen von Pegida München in jüngster Zeit auch Auswärtskundgebungen organisiert haben, so in Regensburg und Augsburg, will man diesen offensichtlich in nichts nachstehen.

Das Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus mobilisiert zu einer Gegenkundgebung. Also: Auf gehts nach Fürth zum Rathaus, am Freitag, den 22. September um 18.30 Uhr. Auf die Straße! Weitere Infos: hier klicken!

Und als kleine Vorankündigung: Am 3. Oktober kreuzt Tegetmeyer nach monatelanger Abstinenz - ist da etwa die Luft ausgegangen? - wieder mal in Nürnberg auf, und zwar am Jakobsplatz. Wir bereiten bereits eine Gegenaktion vor.

(Stand 21.9.17)

Nürnberg, 21. September: 150 gegen Nazis und Pegida / Gegenkundgebung vorzeitig beendet wegen "Verbreitung menschenunwürdiger Langeweile" durch Pegida / Fragwürdiger Umgang des Ordnungsamtes mit dem Versammlungsrecht (September 2017)
- aktualisiert -

Etwa 150 Menschen folgten unserem Aufruf zum Protest gegen den nazidominierten Pegida-Ableger aus München auf dem Jakobsplatz. Pegida München bestand an diesem Abend aus neun extrem Rechten, darunter mehreren Neonazis aus dem Umfeld der Parteien "Die Rechte" bzw. "Der III. Weg". Die RassistInnen redeten kaum, ließen dafür wie häufig in München mitgebrachtes rechtes Videogedudel abspielen. Dabei wurde auch für die AfD geworben.

Wir beendeten unsere Gegenkundgebung nach zwei Stunden wegen "Verbreitung menschenunwürdiger Langeweile" durch Pegida München - die Rechten saßen meist am Bratwurststand und machten Brotzeit. Nachdenklich macht der unterschiedliche Umgang des Nürnberger Ordnungsamtes mit extrem rechten Kundgebungen und den antifaschistischen Gegenveranstaltungen. Während der nazidominierte Pegida-Ableger einen gigantischen und stundenlang dudelnden Technikpark auffahren durfte, enthielt der Auflagenbescheid unserer Veranstaltung wie meist in den letzten Jahren folgenden Passus: "Musikdarbietungen sind auf höchstens drei 10-Minuten-Blöcke pro Stunde zu beschränken. Zwischen den einzelnen Blöcken muss eine Pause von mindestens 10 Minuten ohne Musikdarbietung erfolgen". Aus unserer Sicht ist das eine skandalöse Ungleichbehandlung und Gängelung der GegendemonstrantInnen.

Update: Eine kurze Beschreibung der spärlichen Redebeiträge. Ein Redner beklagte, Oswald Spengler zitierend, den "Untergang des Abendlandes" und das "Verschwinden der deutschen Staatlichkeit" mit dem Abdanken des Kaisers Wilhelm II. Die Werbung für eine Reichsbürger-Veranstaltung in Nürnberg war nur die logische Konsequenz. Ein anderer Redner, ein veritabler geistiger Tiefflieger, lobte die Nürnberger Burg, die Bratwurst und den Lebkuchen, verdammte den Döner sowie "Kultur", die nicht auf ihrem "angestammten Platz" verbleibt und rief schließlich zur Wahl der AfD auf.

(21.9.17, ergänzt 22.9.17)

Nürnberg, 21. September: Ein rassistischer Aufmarsch kommt selten allein: Gegen Pegida München am Jakobsplatz (ACHTUNG: NEUER ORT!!)! Auf die Straße! (September 2017)
- mehrfach aktualisiert -

Jetzt schlägt auch noch die stark nazi-beeinflusste Pegida-Fraktion aus München um Heinz Meyer in Nürnberg auf. In den Reihen von Pegida München marschieren regelmäßig die Nazis des III. Wegs und andere neonazistische AktivistInnen mit. Nach Regensburg und Augsburg suchen die radikalen RassistInnen nun auch Nürnberg auf.

Pegida-München Boss Meyer darf laut einem Pressebericht bis zum Jahresende nicht mehr als Versammlungsleiter bei den Münchner Pegida-Veranstaltungen auftreten. Seit einigen Monaten wird zudem gegen die "Bayerische Schießsportgruppe München" ermittelt, deren Chef Meyer ebenfalls ist. Es besteht der Verdacht, dass es sich bei diesem Verein um eine Art bewaffneten Arm von Pegida München handelt (sueddeutsche.de, 9.12.16, 27.4.17).

Gegenprotest ist unbedingt angesagt. Das Nürnberger Bündnis Nazistopp hat eine Gegenkundgebung angemeldet und ruft zum Protest ab 17.30 Uhr am (ACHTUNG: NEUER ORT) Jakobsplatz auf! Auf die Straße!

(Stand 20.9.17)

Amberg/Neumarkt: Ist eine radikale Antisemitin nach wie vor AfD-Parteimitglied? (September 2017)

Laut regensburg-digital.de (20.9.17) war eine radikale Antisemitin bis vor einiger Zeit Funktionärin im AfD-Bezirk Oberpfalz. Von ihrem Funktionärsposten sei sie mittlerweile zurückgetreten, sei aber nach wie vor Mitglied im Kreisverband Amberg/Neumarkt der Partei.

regensburg-digital.de ("Wie die AfD Oberpfalz mit einer antisemitischen Funktionärin verfuhr", 20.9.2017): hier klicken!

Lichtenfels (Ofr.): Geldstrafe für Träger eines Rings mit Hakenkreuz, Reichsadler und SS-Runen (September 2017)

Wie infranken.de (20.9.17) berichtete, wurde ein 65-jähriger, "gerichtsbekannter" Lichtenfelser wegen Tragens eines Rings mit Hakenkreuz, Reichsadler und SS-Runen zu einer Geldstrafe von 700 Euro verurteilt.

infranken.de ("Lichtenfelser trug bei Zeugenaussage Ring mit Hakenkreuz", 20.9.2017): hier klicken!

Nürnberg, 19. September: 150 laut gegen die AfD! Weiter so diese Woche! (September 2017)

Nur knapp 50 AfD-Fans nahmen am heutigen Dienstag an der Kundgebung vor dem Heimatministerium in Nürnberg teil und sahen sich trotz der sehr kurzen Mobilisierungzeit konfrontiert mit mindestens 150 GegendemonstrantInnen, mobilisiert von unserem Bündnis und von der Allianz gegen Rechtsextremismus. Zwei Nazis aus den Reihen der Partei "Die Rechte" schlichen herum und beobachteten offensichtlich das Ganze.

Danke für euren Widerstandsgeist! Am Donnerstag geht es in Nürnberg weiter gegen die Pegida-Nazi-Fraktion rund um Pegida München am Hallplatz.

(19.9.17)

Nürnberg, 19. September: Protestieren wir gegen die AfD-Kundgebung in der Bankgasse! Auf die Straße! (September 2017)
- mehrfach aktualisiert -

Die Nürnberger AfD ruft zu einer Kundgebung am Dienstag, den 19. September in Nürnberg auf. Von 17 bis 19 Uhr soll es in der Bankgasse, also vermutlich vor dem Heimatministerium, um die Kritik an Bundesbank und Euro gehen. Auf der Bühne sprechen sollen Martin Sichert vom AfD-KV Nürnberg und Peter Boehringer, Vermögensberater, "finanzpolitischer Sprecher" der AfD und Wahlkreiskandidat in Amberg.

Gegen die rassistischen Positionen und die soziale Antäuscherei der AfD - die Partei ist aus unserer Sicht eine Partei für die Wohlhabenden und Reichen - ist Protest allemal sinnvoll. Das Nürnberger Bündnis Nazistopp hat eine Gegenkundgebung angemeldet und ruft zum Protest ab 16.45 Uhr auf! Genauer Kundgebungsort: Vor Küchen Lösch. Auf die Straße!

(Stand 18.9.17)

nordbayern.de ("AfD macht Wahlkampf in Nürnberg: Proteste geplant", 18.9.2017): hier klicken!

Großenseebach (Lkr. Erlangen-Höchstadt): Hakenkreuze auf Straße gesprüht (September 2017)

Wie nordbayern.de (18.9.17) berichtete, sprühten Neonazis unter anderem zwei Hakenkreuze auf eine Straße in Großenseebach im Landkreis Erlangen-Höchstadt.

nordbayern.de ("Großenseebach: Hakenkreuz-Schmierereien auf Straße", 18.9.2017): hier klicken!

Kulmbach (Ofr.): Angriff auf Dönerladen (September 2017)

Laut nordbayern.de und nordbayerischer-kurier.de (18.9.17) griffen drei 19 bis 24 Jahre alte Männer einen Dönerladen im oberfränkischen Kulmbach an. Zunächst hätten die Täter die Angestellten rassistisch beschimpft und danach das Gebäude mit Flaschen beworfen. Eine Scheibe und eine Leuchtreklame gingen zu Bruch. Die Tatverdächtigen wurden gefasst.

Der 38-jährige Inhaber des Dönerladens berichtete, dass er vor zehn Jahren in seinem Geschäft mit einer Waffe bedroht und ausländerfeindlich beschimpft worden sei.

nordbayerischer-kurier.de ("Fremdenfeindlicher Angriff auf Dönerladen", 18.9.2017): hier klicken!, nordbayern.de ("Aus Fremdenhass: Dönerladen mit Flaschen beworfen", 18.9.2017): hier klicken!

Forchheim: Rassistischer und gewalttätiger Bademeister zu Haftstrafe verurteilt (September 2017)

Laut Süddeutsche Zeitung (16.9.17, Printausgabe) wurde ein 55-jähriger Forchheimer Bademeister zu einer Haftstrafe von fünf Monaten ohne Bewährung verurteilt. Er schlug einen 14-Jährigen in den Bauch und beschimpfte ihn mit den Worten "Scheißtürke" sowie "Scheißausländer". Zudem habe er einen 18-jährigen Geflüchteten mit den Worten "Ich bring dich um" bedroht. Der Bademeister ist bereits wegen Körperverletzung vorbestraft. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(16.9.17)

sueddeutsche.de ("Junge auf Bauch geschlagen: Fünf Monate Haft für Bademeister", 16.9.2017): hier klicken!

Nürnberg im Jahr 2017: Die Stadt gedenkt mit einer Kranzniederlegung immer noch an "unsere noch nicht zurückgekehrten Kriegsgefangenen und an unsere Vermissten" (September 2017)

Die Stadt Nürnberg lässt offensichtlich immer noch Kränze zum Gedenken an "unsere noch nicht zurückgekehrten Kriegsgefangenen und an unsere Vermissten" ablegen. Eine entsprechende Tafel, angebracht von der Stadt Nürnberg im Jahr 1952, hängt am Nassauerhaus in der Königsstraße mitten im Stadtzentrum. Ein relativ frischer Kranz mit der Aufschrift "Die Stadt Nürnberg" wurde vor einigen Tagen dort gesehen.

Eine derartige Gedenkkultur, die mehr von der Trauer über die Kriegsniederlage geprägt ist als vom Entsetzen über die Naziverbrechen, sollte im Jahr 2017 eigentlich ausgestorben sein.

(16.9.17)

Nürnberg: Ein Kommentar zu den jüngst bekannt gewordenen Äußerungen des AfD-Politikers Gauland über die Nazi-Wehrmacht / Wir sind stolz auf die Deserteure, auf die Widerstandskämpfer, auf die Holocaust-Überlebenden und nicht stolz auf die Täter! (September 2017)


Alexander Gauland sprach, vom Verwaltungsgericht Ansbach durchgewunken, am 9. September 2017 in der städtischen Meistersingerhalle Nürnberg

Bamberg: Geldstrafe für rechten Facebook-Hetzer auf AfD-Seite (September 2017)

Wie sueddeutsche.de (14.9.17) berichtete, wurde ein rechter Facebook-Hetzer zu einer Geldstrafe von 4000 Euro wegen Volksverhetzung und Beleidigung auf einer bundesweiten AfD-Facebook-Seite verurteilt. Er hatte unter anderem geschrieben, dass das "ganze Politiker- und Pfaffengesindel korrupte Verbrecher" seien, die "liquidiert" gehörten.

Die Vorgeschichte: Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick erklärte im Herbst 2016 auf einer Podiumsdiskussion in Nürnberg, ein muslimischer Bundespräsident sei grundsätzlich vertretbar, wenn auch von der politischen Stimmungslage her unwahrscheinlich. Die Bundes-AfD reagierte mit einem demagogischen Posting auf Facebook, gefolgt von zahlreichen Kommentaren, die zum Teil zu Gewalt und Mord aufriefen (wir berichteten).

sueddeutsche.de ("Verurteilt wegen Volksverhetzung", 14.9.2017): hier klicken!

Nürnberg: AfD Nürnberg sorgt schon wieder für Lacher im Internet - Meeresfotos auf Plakat zum Thema Wasserversorgung (September 2017)

Die "Hol dir dein Land zurück"-Kampagne des AfD-Kreisverbandes Nürnberg nimmt zunehmend satirische Fahrt auf. Nachdem vor einigen Wochen ein Plakat mit Matterhorn-Foto für erhebliche Belustigung im Internet sorgte (wir berichteten), kann mensch nun auf der AfD-Facebook-Seite ein Plakat bewundern, auf dem das Thema Wasserversorgung mit Meeresfotos unterlegt wurde. Kommentar eines Facebook-Users: "Ich weiß nicht, ob Euch das schon mal jemand gesagt hat, aber das auf dem Bild ist Salzwasser. Das solltet Ihr besser nicht trinken. Und schon gar nicht solltet Ihr damit die Nürnberger Bürger versorgen." Der kritische Mensch weist zudem darauf hin, dass die AfD im Europaparlament im September 2015 zusammen mit ALFA, FDP und den Unionsparteien in der Tendenz pro Wasserprivatisierung abgestimmt hat. Die AfD Nürnberg behauptet dagegen, dass die Wasserversorgung "in die öffentliche Hand" gehöre. Fake News?

(13.9.17)

Nürnberg, 9. September: 800 auf der Straße gegen die AfD (September 2017)
- aktualisiert -

Zur Anti-AfD-Demonstration des Antifaschistischen Aktionsbündnisses Nürnberg (AAB) am regnerischen 9. September kamen etwa 800 Menschen. Unser Bündnis und weitere Organisationen hatten ebenfalls zur Teilnahme aufgerufen, am Schluss sogar die Allianz gegen Rechtsextremismus. Die Demonstration durch die Nürnberger Südstadt endete etwa 150 Meter vor dem Osteingang der städtischen Meistersingerhalle und trug den Protest zum Ort des Geschehens.


Nürnberg, 9. September 2017: Gegen die AfD in der städtischen Meistersingerhalle (Foto: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Die zum Halleneingang gehenden AfD-SympathisantInnen sahen sich mit lautstarkem Gegenprotest konfrontiert und reagierten teilweise mit dem szeneüblichen Verschwörungsgedöns, etwa dergestalt, die GegnerInnen seien "von unseren Steuergeldern bezahlt". Laut uns zugegangenen Berichten kam es unter anderem zu zwei kurzfristigen Blockaden von Straßenbahnen, die AfD-SympathisantInnen zur Meistersingerhalle bringen sollten. Einige AfDlerInnen versuchten erfolglos, die Gegendemo zu provozieren.

Das rechte Publikum war wie bei vergleichbaren Anlässen größtenteils männlich und vom Alter her zwischen 40 und 60. Gesehen wurden einige Pegida-AktivistInnen (mit Schildern "Rote Karte für Maly"), ein rechter Aluhut, ein Mann, der bei den Neonazis von "Die Rechte" am Mikrophon war, zwei Neonazis aus dem Umfeld der "Rechten" sowie ein zuletzt für die extrem rechte Identitäre Bewegung Aktiver, der in früheren Jahren mit der verbotenen neonazistischen Fränkischen Aktionsfront auf die Straße gegangen war.

Zu sehen waren auch mit Parolen und Plakaten versehene AfD-Wahlkampfautos. Auf einem Fiat-PKW war dann tatsächlich folgender Spruch zu lesen: "Wir haben in Nürnberg eine verheerende - Parksituation! Mit der AfD können wir diese beseitigen!" Köstlich! Wozu braucht man Satire, wenn es doch die AfD gibt!

Laut berliner-zeitung.de (9.9.17) verteidigte AfD-Spitzenkandidat Gauland am heutigen Tag indirekt erneut seine in Bezug auf eine in Hamburg geborene SPD-Politikerin vor einigen Tagen geäußerte Hoffnung, diese "in Anatolien entsorgen [zu] können" (sueddeutsche.de, 29.8.17). Gauland habe gesagt: "Ich habe einfach nur der Dame empfohlen – ganz höflich – dass sie doch vielleicht einen längeren Aufenthalt in einem Land nehmen könnte, in dem sie vielleicht die kulturellen Regeln besser versteht". Welche vermeintlichen "kulturellen Regeln" Deutschlands Gauland wohl meint, wenn auch nicht direkt benennt? Etwa die preußischen "Tugenden" à la Treue, Gehorsam und Disziplin, die der Menschheit den deutschen Militarismus und in der Folge zwei Weltkriege beschert haben?

(9.9.17, aktualisiert 11.9.17)

berliner-zeitung.de ("'In Anatolien entsorgen' - Gauland verteidigt Aussage gegen SPD-Politikerin Özoguz", 9.9.2017): hier klicken!, nordbayern.de ("Gauland in Nürnberg: 500 Menschen protestieren gegen AfD", 9.9.2017): hier klicken!

Nürnberg, 9. September: Zentrale AfD-Wahlkampfveranstaltung in der städtischen Meistersingerhalle erntet Protest - VG Ansbach kippte Kündigung der AfD durch die Stadt - AUF DIE STRASSE! Treffpunkt 10.30 Uhr, Nelson-Mandela-Platz (September 2017)
- mehrfach aktualisiert -

Die zentrale AfD-Wahlkampfveranstaltung in der Region am 9. September in der städtischen Meistersingerhalle wird auf der Homepage der Stadt Nürnberg unter anderem mit folgenden Worten präsentiert: "Hier können Sie sich über die Veranstaltungen in der Meistersingerhalle informieren - vielleicht haben Sie ja Lust, die ein oder andere Veranstaltung zu besuchen?" Stadt macht Werbung für AfD? Kann man das anders verstehen?

Unsere Reaktion: Auf zum Protest gegen die rückwärtsgewandte Propagandaveranstaltung in städtischen Räumlichkeiten. Das antifaschistische Aktionsbündnis Nürnberg hat eine Demonstration organisiert, die am 9. September um 10.30 Uhr am Nelson Mandela Platz hinter dem Nürnberger Hauptbahnhof startet und hin zur Meistersingerhalle führen wird. Wir und zahlreiche andere Organisationen rufen zur Teilnahme an den Anti-AfD-Protesten auf.

Das rechte Männleinlaufen in der städtischen Halle beinhaltet unter anderem den ehemaligen tschechischen Staatspräsidenten Vaclav Klaus, den AfD-Bundessprecher Jörg Meuthen sowie den AfD-Spitzenkandidaten Alexander Gauland. Der zuletzt Genannte zeichnete sich jüngst dadurch aus, dass er die Hoffnung aussprach, eine in Hamburg geborene SPD-Politikerin "in Anatolien entsorgen [zu] können" (sueddeutsche.de, 29.8.17). Gauland ließ sich beim jüngsten Kyffhäuser-Treffen des rechten AfD-"Flügel" zusammen mit Jörg Meuthen und dem völkisch argumentierenden AfD-Politiker Björn Höcke posierend fotografieren. Vaclav Klaus, Vertreter einer rechtsnationalistischen und neoliberalen osteuropäischen Politikerkaste, halluzinierte jüngst in einer Rede einen "Krieg in Europa" herbei und bezeichnete Deutschland als "das heutige Schlachtfeld Europas". Zu Feinden erklärte er "politische Korrektheit, Multikulturalismus und Humanrightismus, Feminismus, Genderismus und die Aggressivität des Homosexualismus, Massenmigration" usw. Mit dieser extrem rechten Agenda passt der Mann jedenfalls gut zur AfD. Dass Klaus die menschengemachte Erderwärmung bestritt - Trump lässt grüßen - sei nur nebenbei erwähnt. Die Großindustrie wird sich über solche Freunde freuen (Zitate aus "Hofheimer Rede", 30.8.17, www.klaus.cz).

Aufgrund der jüngsten rassistischen Äußerungen aus der AfD-Führungsriege forderten wir die Stadt Nürnberg auf, den Veranstalter deshalb unverzüglich abzumahnen und im Falle eines diesbezüglichen Misserfolgs vom Mietvertrag zurückzutreten. Die Stadt Nürnberg reagierte zumindest teilweise auf die heftige Kritik aus der antifaschistischen Bewegung. Laut nordbayern.de (4.9.17) verlangte die Kommune nun von der AfD, den Spitzenkandidaten Gauland wegen seiner jüngsten rassistischen Äußerungen nicht ans Mikrofon treten zu lassen. Es wurde eine Frist bis Dienstag gesetzt und mit Kündigung des Saales gedroht. Wie nordbayern.de (5.9.17) berichtete, kündigte die Stadt nun den Mietvertrag mit der AfD, nachdem die AfD auf deren Forderung nicht angemessen reagiert habe. Als Reaktion auf diesen Schritt erhielten der Nürnberger OB Maly und Bürgermeister Vogel mehrere Morddrohungen. Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sowie das Internationale Auschwitz Komitee begrüßten den Rausschmiss der AfD (Nürnberger Nachrichten und Süddeutsche Zeitung, Printausgabe und nordbayern.de, 6.9.17). Das Verwaltungsgericht Ansbach kippte das städtische Verbot und öffnete der AfD damit wieder die Halle (nordbayern.de, 7.9.17). ALSO: AUF ZUM PROTEST AM SAMSTAG!!!

Zuletzt der Text einer gemeinsamen Erklärung zum Anti-AfD-Protest am 9. September:

Keine AfD Wahlkampfveranstaltung in Nürnberg!

Wir fordern: Keine Wahlkampfveranstaltung der AfD in den Räumen der städtischen Meistersingerhalle!

Die AfD ist eine rassistische Partei:

VertreterInnen fordern Schusswaffengebrauch gegen Geflüchtete an den Grenzen.

Die AfD ist eine frauenfeindliche Partei:

Die AfD möchte alle Frauen zurück an den Herd schicken und ihnen damit die lang erkämpfte Selbstbestimmung über ihr Leben nehmen.

Die AfD ist eine arbeiterInnenfeindliche Partei:

Sie fordert Erhöhung des Renteneintrittsalters und die Abschaffung des Arbeitslosengeld I.

Deswegen werden wir nicht dulden, dass ihr Spitzenkandidat Alexander Gauland und ihr Vorsitzender Jörg Meuthen in Nürnberg eine Bühne bekommen. Denn während sie uns spalten wollen, stehen wir zusammen für eine solidarische Gesellschaft!

Gemeinsam und entschlossen stellen wir uns gegen den Rechtsruck in der BRD!

Kommt alle auf die Demonstration am 9. September um 10:30 Uhr am Nelson Mandela Platz (hinter dem Nürnberger Hauptbahnhof) und demonstriert mit uns zur Meistersingerhalle!

(Stand 8.9.17)

nordbayern.de ("AfD-Gegner rufen zu Protestzug durch Nürnberg auf", 8.9.2017): hier klicken!, nordbayern.de ("Mietvertrag gekündigt: Stadt Nürnberg serviert AfD ab", 5.9.2017): hier klicken!, tagesspiegel.de ("Nürnberg erteilt AfD-Politiker Gauland Redeverbot", 4.9.2017): hier klicken!, vorwaerts.de ("Stadt Nürnberg will Autritt von AfD-Redner Gauland verhindern", 4.9.2017): hier klicken!, br.de ("'Gauland ist unerwünscht'", 4.9.2017): hier klicken!, br.de ("Redeverbot für Gauland?", 4.9.2017): hier klicken!, nordbayern.de ("Redeverbot für AfD-Chef Gauland in der Meistersingerhalle", 4.9.2017): hier klicken!

Fürth: Schon wieder Farbattacke auf aktive NazigegnerInnen - Parole "HKNKRZ" gesprüht (September 2017)
- aktualisiert -

Die aktuelle Serie von rechtsgerichteten Attacken gegen aktive NazigegnerInnen reißt nicht ab. Nun kommt aus Fürth die Nachricht über aggressive Sprühereien gegen eine antifaschistisch engagierte Wohngemeinschaft, durchgeführt in der Nacht von Freitag auf Samstag.

Dabei wurden das Schloß des Wohnhauses, das Klingelschild und die Gegensprechanlage der WG mit roter Farbe besprüht. "Außerdem richtet sich ein Schriftzug am Stromkasten neben dem Wohnhaus direkt gegen einen der Bewohner der WG, welcher als Journalist tätig ist und in den vergangenen Monaten intensiv zu NSU-Kontakten nach Franken recherchiert hat. Der Schriftzug wurde mit dem Kürzel 'HKNKRZ' unterschrieben, welches in der Neonazi-Szene für Hakenkreuz steht", so das Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus in einer Stellungnahme. Man betont zudem, dass die WG-Bewohner bereits in der Vergangenheit von Neonazis bedroht und deren Autos zerstört wurden.

Das Fürther Bündnis will die Betroffenen unterstützen und schließt sein Statement mit dem Satz: "Es gibt nur eins: Zusammenhalten unter uns Antifaschisten und Antifaschistinnen und weiter gegen die Faschisten zu kämpfen!"

Update: Laut Fürther Nachrichten (Printausgabe, 5.9.17) wurden in Fürth bereits mehr als 100 Wahlplakate der Linken "systematisch zerstört". Auch hier muss von extrem rechten TäterInnen ausgegangen werden.

(4.9.17, ergänzt 5.9.17)

buendnis-fuerth.de ("Nazi-Sprüherei gegen Nazi-Gegner in Nürnberg und Fürth", 4.9.2017): hier klicken!, radio-z.net ("Nazis beschmieren Linke WG in Fürth", 4.9.2017): hier klicken!

Nürnberg, 5. September: Umstrittener Historiker bei der ÖDP (September 2017)

Der Vortrag des umstrittenen Schweizer Historikers Daniele Ganser bei der Nürnberger ÖDP am 5. September im Arvena Park Hotel ist laut Eigenangaben ausgebucht. 500 Menschen wollen den "ungeheuerliche[n] Blick hinter die Kulissen der internationalen Machtgefüge" wagen und sich zum Thema "Illegale Kriege um Erdöl und Erdgas" informieren. Klingt alles erst einmal eher links und gesellschaftskritisch. In der derzeitigen Ära, in der sich als Reaktion auf politische und ökonomische Umwälzungen unter anderem eine soziale Bewegung von rechts herausgebildet hat, gilt es jedoch, wachsam zu bleiben und sich nicht von der kritischen Oberfläche einlullen zu lassen.

Ganser beschäftigte sich mit wichtigen Themen wie den Gladio-Strukturen innerhalb der NATO, bevor er laut seinen Kritikern etwa Mitte der Nuller Jahre teilweise ins Verschwörerfach wechselte. Im Gegensatz zum harten Kern der rechten Verschwörer- und Truther-Szene beschäftigte sich der Mann durchaus noch mit nachprüfbaren Fakten, aber: "Sehr viel Wahres wird gemischt mit steilen Thesen und Verschwörungsschrott", so die Züricher Wochenzeitung. So arbeitete sich Ganser beispielsweise an den gängigen Untersuchungen zu den islamistischen Attentaten am 11. September 2001 in den USA ab und suggerierte zum Beispiel, die World-Trade-Center-Türme in New York seien gesprengt worden. Natürlich wurden derartige "Wahrheiten" in der einschlägigen Szene begeistert aufgenommen, in der seit jeher unterstellt wird, die USA hätten die Gebäude selbst angegriffen, um die eigenen Kriege zu rechtfertigen.

Auf der Homepage Gansers finden sich "die TOP 10 seiner beliebtesten Beiträge auf YouTube". Der Großteil dieser Videos wurde auf Portalen veröffentlicht, die rechtsgerichteten Verschwörungstheorien breite Aufmerksamkeit widmen. Der Historiker war sich auch nicht zu schade, mit rechten Aktivisten wie Jürgen Elsässer ("Compact") oder dem Ex-Chef der Wehrsportgruppe Hoffmann zu diskutieren. Auch bei der Schweizer "Anti-Zensur-Konferenz" war er zu Gast – dort ließ man in der Vergangenheit bereits Holocaust-Leugner zu Wort kommen.

Zusammengefasst: Wir finden es problematisch, dass Daniele Ganser mit der oben genannten Veranstaltung ein Podium geboten wird. Sinnvolle Gesellschaftskritik findet in diesem Rahmen mutmaßlich nicht statt. Und diffuses Raunen führt meist nach rechts.

(2.9.17)

woz.ch ("Das Ganser-Phänomen", 19.1.2017): hier klicken!, abendzeitung-muenchen.de ("Münchner ÖDP lädt Verschwörungstheoretiker ein", 19.5.2016): hier klicken!

Nürnberg: Schon wieder ein mutmaßlich rechter Anschlag in der Nürnberger Nordstadt / Solidarität mit den Betroffenen! (August/September 2017)
- aktualisiert -

In der Nacht vom 30. auf den 31. August 2017 kam es erneut zu einer mutmaßlich rechtsmotivierten Attacke in der Nürnberger Nordstadt. Die Fassade eines einstöckigen Reihenhauses wurde bis unters Dach mit grauer Lackfarbe besprüht. Die nach organischen Lösungsmitteln stinkende Farbe verteilte sich zudem durch ein gekipptes Fenster im gesamten Küchenraum. Auch der Gehweg und das Vordach eines Nachbarhauses wurden beschädigt. Die Farbe lässt sich nur mit Nitroverdünnung ablösen.

Beim Stand der Dinge ist davon auszugehen, dass die Außenfassade nicht einfach überstrichen werden kann, sondern aufwändig renoviert werden muss.

Das Haus der betroffenen Familie wurde bereits vor etwa zehn Jahren durch einen Farbanschlag attackiert. Teile der Familie waren vor Jahren im Fokus von Neonazis - sie wurden durch die neonazistische Anti-Antifa im Internet mit Name und Bild veröffentlicht. Die Bewohner/innen mit einem ausländisch klingenden Namen engagierten sich damals wie heute gegen Neonazis.

Das Nürnberger Bündnis Nazistopp verurteilt die feigen Anschläge aufs Schärfste. Nach dem Einbruchsversuch im Roten Zentrum in der Nürnberger Nordstadt vor sechs Wochen gehen wir von einer erneuten Serie mutmaßlich rechtsgerichteter Anschläge aus. Wir solidarisieren uns mit den Betroffenen und rufen zur finanziellen Unterstützung auf, zumal die Versicherung für den Schaden nicht aufkommen will. Überweist - gerne auch kleinere Summen - auf unser Spendenkonto (Stichwort Anschläge Nordstadt)! Wir leiten die Spenden an die Betroffenen weiter.

(31.8.17, aktualisiert 1.9.17)

nordbayern.de ("Farbangriff auf Nazi-Gegner in der Nürnberger Nordstadt", 2.9.2017): hier klicken!, blog.zeit.de/stoerungsmelder ("Farb-Attacke auf das Haus von Nürnberger Nazigegnern", 1.9.2017): hier klicken!

Plakataktion des Nürnberger Bündnis Nazistopp: "183 Todesopfer durch rassistische Gewalt in Deutschland seit 1990 - Deine Stimme gegen Nazis und Rassist_innen" (Juli/September 2013)




Dies war unsere Plakataktion (nicht nur) zur Landtags- und Bundestagswahl 2013. Die Plakate wurden ab Anfang September auch auf Plakatwänden und Litfaßsäulen verbreitet.

Mit unserer Plakataktion zur Landtags- und Bundestagswahl 2013 fordern wir nicht nur die soziale Ausgrenzung extrem rechter und neonazistischer Parteien (und ihrer WählerInnen, solange sie diese Kräfte unterstützen). Wir problematisieren auch die aus unserer Sicht falsche Zählung der Todesopfer rechter Gewalt seitens der zuständigen Behörden und damit auch der Bundesregierungen.

Jede/r darf das Plakat aufhängen und herunterladen!

Plakate in Größe A 1 und A 3 können bei uns abgeholt werden, so lange der Vorrat reicht (Anfragen über die EMail-Adresse nazistopp.nuernberg@yahoo.de). Gegen Erstattung der Portokosten und eine kleine Spende schicken wir auch Plakate zu. Die Plakate können auch als PDF-Datei heruntergeladen und verbreitet werden: hier klicken!

Wir freuen uns im übrigen sehr über Spenden, da wir das Plakat (Druck und teilweise Aufhängung über die Stadtreklame im September 2013) aus eigenen Mitteln finanziert haben (Kontonummer siehe Kontakt, Spendenaufruf, Impressum auf dieser Homepage, Stichwort "Plakat" angeben!). Danke an Rumpel Druck Nürnberg (niedrige Druckkosten) und alle anderen SpenderInnen für die freundliche Unterstützung!

Aktueller Artikel zum Thema des Cura Opferfonds, der wichtigsten "Datenquelle" für unser Plakat: hier klicken!

Die Bundesregierung zählt derzeit "nur" 75 Tote durch rechtsextreme Gewalt seit 1990
- offizielle Zahl aktualisiert im Juli 2015 -

Die offizielle Erfassung rechter Gewalt in der Statistik "Politisch motivierte Kriminalität" (PMK) blendet einen Teil rassistischer Gewalt systematisch aus und trägt so zu deren Verharmlosung bei. So sind in Bayern sechs Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 "staatlich anerkannt", sieben Todesopfer nicht. Dieses von sämtlichen Bundesregierungen durchgeführte und unterstützte "Herunterrechnen" rechter Gewalt dient vermutlich der Imagepflege und der Aufrechterhaltung der offiziösen Extremismustheorie. Das hat nicht nur statistische Folgen: Wie sich im bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss bei der Befragung damaliger Ermittler und Zuständiger zeigte, war das allgemeine Ausblenden rassistischer Tatmotivationen üblich und verbreitet. Der Naziszene wurden derartig brutale Taten nicht zugetraut, folglich wurde auch nicht ernsthaft in diese Richtung ermittelt. Dabei würden ein paar Blicke in die von antifaschistischen und antirassistischen Initiativen gesammelten Tatbeschreibungen und Opferberichte vollauf genügen...

Leider ist unser Plakat nicht mehr "aktuell": Neonazis töteten in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 2013 in Kaufbeuren einem Mann

Ein Aktiver unseres Bündnisses äußerte vor kurzem die Hoffnung, dass das Jahr 2013 das erste Jahr seit Jahrzehnten ohne Todesopfer durch rechte Gewalt werden könnte. Der Traum ist aus: In Kaufbeuren erschlug ein Neonazi einen 34-jährigen, aus Kasachstan stammenden Mann. Der Täter und seine Gruppe hatten sich vorher rassistisch geäußert. Der Täter selbst sei zudem einschlägig polizeibekannt. Weitere Informationen des aida-Archivs München: hier klicken!

Nicht offiziell anerkannt als Opfer rechter Gewalt. Ein Beispiel: Klaus-Peter Beer, Amberg 1995, von Neonazis mißhandelt und schwer verletzt in die Vils geworfen, wo er ertrank

Dass Klaus-Peter Beer aus politischen Gründen ermordet wurde, zeigen Tatablauf und politische Einbindung der Täter. Das Internetportal "Mut gegen rechte Gewalt" berichtet: "In der Nacht zum 7. September 1995 wird der Busfahrer Klaus-Peter Beer in Amberg (Bayern) von den rechten Skinheads Richard L. und Dieter M. massiv geschlagen und schwer verletzt in die Vils geworfen. Klaus-Peter Beer ertrinkt. Die beiden Rechten wollen dem 48-jährigen Opfer 'einen Denkzettel verpassen', da sie von dessen Homosexualität wissen. Richard L. und Dieter M. treten unzählige Male mit ihren Springerstiefeln auf das wehrlose Opfer ein und werfen ihn anschließend in die Vils, wo er ertrinkt." Die Täter wurden zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, sind aber vermutlich schon lange wieder in Freiheit.

Mittlerweile ist bekannt, dass einer der damaligen Täter, Richard L., aus dem Gefängnis heraus Kontakt mit Mandy S. pflegte. Die Nazi-Aktivistin Mandy S. engagierte sich für die mittlerweile verbotene "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige" (HNG). Sie hielt sich eine Zeitlang im fränkischen Raum auf, war in der hiesigen Neonaziszene aktiv und verhalf den untergetauchten Neonazis Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe nach deren Untertauchen 1998 zu einem Unterschlupf. Beate Zschäpe nahm zeitweise die Identität von Mandy S. an.

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizensiert nach der Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 2.0 Lizenz. Quellenangabe bei der Verwendung von Texten dieser Homepage: www.nazistopp-nuernberg.de