Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
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*** Fürth, 23.2.18 (Freitag), ab 18.30 Uhr am Obstmarkt: Proteste gegen Pegida. Infos: hier klicken!
*** VORANKÜNDIGUNG - Nürnberg, 15.3.18 (Donnerstag), 19.30 Uhr im Gewerkschaftshaus, Saal Burgblick: "NSU-Verbrechen in Bayern - von wegen aufgearbeitet!" Veranstaltung der Nordbayerischen Bündnisse gegen Rechts mit Sebastian Scharmer (Nebenklageanwalt im NSU-Prozess), Jonas Miller (Thema: NSU-Bezüge nach Bayern), Birgit Mair (Moderation).
*** Neue Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" erschienen! Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de. Inhalt: hier klicken! Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken!
Verkaufsstellen:
- Nürnberg: ver.di, Gewerkschaftshaus, Kornmarkt 5-7, Raum 5.20 in der 5. Etage (Mo bis Do 8-17 Uhr, Fr 8-13 Uhr)
- Fürth: Infoladen Benario, Nürnberger Str. 82 (Mi ab 19 Uhr, Fr ab 20 Uhr)
- Erlangen: Jugendhaus, Wöhrmühle 7 (Mo 18.30-20 Uhr)
*** Wir bitten euch um einen Unterstützungsbeitrag für unsere laufenden Projekte, auch kleine Summen sind willkommen! Zum Spendenkonto: hier klicken!

Fürth, 23. Februar: "Diese Stadt hat keinen Platz für Rassisten" - Protest gegen Pegida, auf gehts! (Februar 2018)

Die rassistische Truppe von Pegida Nürnberg um Gernot Tegetmeyer und Michael Stürzenberger sucht am Freitag, den 23. Februar erneut Fürth heim, um dort rassistische und menschenverachtende Parolen zu verbreiten. Das Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus ruft seit Jahren fleißig und unermüdlich zum Gegenprotest auf, so auch diesmal.

Treffpunkt für Gegenproteste: 23. Februar, 18.30 Uhr (Freitag), Obstmarkt. Dort wird es eine "kleine Kunstaktion" geben und wie immer werden auch die eigenen Inhalte und Positionen deutlich gemacht.

Auch entlang der Pegida-Demoroute soll der Protest über Transparente und Straßenpräsenz deutlich werden, "vom Obstmarkt entlang der Königsstraße, bis Saturn, in der Angerstraße und am Grünen Markt". Und last but not least ruft das Bündnis neben dem Gegenprotest zur Teilnahme an einem antifaschistischen Stadtrundgang zu Orten des Widerstands in Fürth auf.

Was gibt es Neues aus dem Pegida-Lager? Erstens schlägt die Gruppe um Michael Stürzenberger und Gernot Tegetmeyer demnächst mit Unterstützung der C-Promis von Pegida Dresden auch mal wieder in München auf und macht dort den Kollegen des stark nazi-dominierten Pegida-Ablegers um Heinz Meyer Konkurrenz. Da kann man nur sagen: Weiter so mit der Konkurrenz! Zweitens tauchte Stürzenberger gemeinsam mit den bereits erwähnten C-Promis als Gast bei einer Veranstaltung der AfD in Mecklenburg-Vorpommern auf. Kommt da zusammen, was zusammen gehört? Wird bald auch die hiesige AfD Herrn Stürzenberger willkommen heißen? Und drittens haben Analysen des Facebook-Auftritts von Pegida Nürnberg ergeben, dass über 90% der Likes von außerhalb der Region stammen und fast ein Viertel aus dem Ausland. Die eigene basismäßige Schwachbrüstigkeit verbirgt sich unter Tausenden von Likes, aber so ist das ja meist bei Facebook!

(Stand 18.2.18)

Nürnberg / Dresden: Demo des Holocaustleugners Ittner polizeilich aufgelöst (Februar 2018)
- aktualisiert -

Wie diversen Online-Medien (17.2.18) zu entnehmen ist, wurde die Demonstration des in Nürnberg lebenden vorbestraften Holocaustleugners und Neonazis Gerhard Ittner in Dresden durch die Polizei aufgelöst, eine anschließende rechte Spontandemo ebenfalls verhindert. Grund dafür waren unter anderem die mutmaßlich den Holocaust leugnenden Äußerungen rechter RednerInnen, darunter wohl auch die der Britin Michèle Renouf, die im rechten geschichtsrevisionistischen Milieu unterwegs ist.

Wütend über die Einschränkung seiner Hetzfreiheit, skandierte Ittner schließlich unter anderem: "Wir sind das Volk, die BRD muss weg". Unter seiner fanatischen Zuhörerschaft befand sich mindestens ein Kind. Diese Leute schrecken offensichtlich nicht davor zurück, Kinder zu agitieren und zu manipulieren. Kindeswohlgefährdung?

Update: Laut sz.de (19.2.18) wird nun auch gegen Ittner ermittelt. Dabei ginge es um die Inhalte seiner Reden, aber auch um mutmaßlichen Widerstand und Beleidigung von Polizisten.

(17.2.18, ergänzt 20.2.18)

sz.de ("Ermittlungen gegen Ittner", 19.2.2018): hier klicken!, blog.zeit.de/stoerungsmelder ("Geschichtsrevisionismus und Holocaustleugnung: Neonazi-Aufmärsche in Nordhausen und Dresden", 18.2.2018): hier klicken!

Fürth: Erneut Nazidrohungen gegen Journalist (Februar 2018)

Die Nazi-Drohkampagne gegen aktive AntifaschistInnen, derzeit vor allem in Fürth, geht weiter. Diesmal traf es - zum wiederholten Mal - einen Journalisten, der regelmäßig auch über rechte Umtriebe schreibt. An die Autounterführung zur A 73, an der Stadtgrenze Nürnberg / Fürth, wurde die "modernisierte" Version des Hakenkreuzes geschmiert (Kürzel "HKNKRZ") sowie der frauenfeindliche Macho-Spruch "X du Fotze".

Nachdem sich in den letzten Monaten in Fürth die gegen aktive NazigegnerInnen gerichten Sprühkampagnen häuften und auch der Gedenkort für die von den Nazis ermordeten jüdischen AntifaschistInnen Rudolf Benario und Ernst Goldmann mehrfach angegriffen wurde, ist von einer verstärkten neonazistischen Anti-Antifa-Kampagne auszugehen. Interessant zudem: Sprüche und Kürzel der jüngsten Nazischmierereien ähnelten sich auffällig - es könnte sich also um den gleichen Täter handeln.

nordbayern.de ("Stadtgrenze: Schon wieder üble Drohungen an Nazi-Gegner", 15.2.2018): hier klicken!

Mühlbach (Dietfurt): Naziparolen an Kaminkehrerschule / "Ein Volk, ein Reich, ein Führer! Sieg heil! Sieg heil!" (Februar 2018)
- mehrfach aktualisiert -

Ein Ausbilder der Kaminkehrerschule im Dietfurter Gemeindeteil Mühlbach (Landkreis Neumarkt, Oberpfalz) skandierte laut verschiedenen Medienberichten im Billardraum der Bildungseinrichtung Naziparolen und viele Schüler grölten mit. Antisemitische und homophobe Witze wurden erzählt, das Horst-Wessel-Lied, die Parteihymne der NSDAP, gesungen. Der Schulleiter hatte bei der Betrachtung eines der Presse zugespielten Videos den Eindruck, dass die Naziparolen vielen Schülern nicht unbekannt gewesen seien. Der erwähnte Ausbilder, der aus dem Landkreis Hof stammen soll, wurde vom Dienst suspendiert.

Die Region um Dietfurt ist kein unbeschriebenes Blatt in Bezug auf neonazistische Aktivitäten. Beispiel: Die Kameradschaft Altmühltal (KSA) ist eine seit vielen Jahren aktive Neonazigruppe aus dem Landkreis Neumarkt. Sie tritt in ihrer unmittelbaren Heimatregion nicht offen in Form von Demonstrationen und Kundgebungen auf. AnhängerInnen "zeichneten" sich in den letzten Jahren jedoch durch diverse Propaganda- und Gewaltdelikte aus; die Kameradschaft scheint vor Ort zudem gut vernetzt zu sein (vgl. "Braune Soß aus Nordbayern", 2017). Ob der oben genannte Ausbilder oder auch einige Schüler diesen oder anderen subkulturellen Nazikreisen angehören, ist bis jetzt unklar.

Update: Die durch br.de (7.2.18, unten verlinkt) dokumentierten Nazi-Parolen sind in ähnlicher Form in Leni Riefenstahls Film "Triumph des Willens" (1935) zu finden, in dem diese den NSDAP-Reichsparteitag 1934 in Nürnberg "dokumentierte" und aggressive Propaganda für den Nazistaat und dessen Gewaltapparat betrieb. Offensichtlich dient diese im Internet zugängliche Form von Polit-Pornografie in heutigen Nazikreisen der Unterhaltung und gegenseitigen Bestätigung.

nordbayerischer-kurier.de ("Nazi-Parolen an Kaminkehrer-Schule", 7.2.2018): hier klicken!, br.de ("Lehrkraft stimmt Nazi-Parolen an", 7.2.2018): hier klicken!, mittelbayerische.de ("Rechte Gesänge an Dietfurter Schule", 6.2.2018): hier klicken!

Fürth: Reihenweise rechte Angriffe in der Stadt und was macht die Polizei: Sie verfolgt Linke, die ein Transparent am Benario-Gedenkort aufhängen wollten - Keine Satire! / Ermittlungen gegen AntifaschistInnen sofort einstellen! / Nachtrag: Ermittlungen eingestellt! (Januar / Februar 2018)
- mehrfach aktualisiert -

Wir erinnern uns: In den letzten Monaten waren wieder reihenweise Übergriffe auf den Gedenkort für die von Nazis ermordeten Rudolf Benario und Ernst Goldmann an der Fürther Uferpromenade zu registrieren. Und dazu die Todesdrohung gegen die ehemalige Sprecherin des Fürther Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus. Unseres Wissens gibt es bisher keinerlei polizeiliche Erkenntnisse über die rechten TäterInnen.

Und was macht die Polizei (keine Satire!): Sie verweist nächtens ein paar jüngere Linke vom Benario/Goldmann-Gedenkort und leitet ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz ein. Und was haben die Linken gemacht? Sie wollten laut Pressemeldung der Polizei (12.1.18) ein antifaschistisches Transparent dort aufhängen. Und wir erinnern uns weiter: Nazis hatten kürzlich ein dort befestiges Transparent mit der Aufschrift "Antifaschisten haben diese Birken 1930 gepflanzt, Neonazis haben sie 2017 zerstört" entwendet und vermutlich zerstört.

In einer aktuellen Pressemitteilung kritisiert das Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus das Vorgehen der Polizei, fordert die sofortige Einstellung des Verfahrens und die Herausgabe des beschlagnahmten Transparents. Es wird darauf verwiesen, dass die Polizei bei den häufigen Angriffen auf die antifaschistische Gedenkstätte völlig im Dunkeln tappt und "bei den zahlreichen Sachbeschädigungen bei Antifaschisten in den letzten Jahren keinerlei Ermittlungserfolge vorweisen" könne. Und weiter: "Wir finden es unerträglich, dass die Polizei es als Ermittlungserfolg verkaufen will, nun drei jugendliche Antifaschisten beim Anbringen eine Banners aufgegriffen zu haben, während Neonazis den Gedenkort scheinbar nach Belieben verunstalten können".

Die aktuelle Presseerklärung des Fürther Bündnisses: hier klicken!

Update: Wie die Fürther Nachrichten (7.2.18, Printausgabe) berichteten, wurden die polizeilichen Ermittlungen gegen drei jüngere AntifaschistInnen nun eingestellt. Richtig so!

(14.1.18, aktualisiert 16.1. und 7.2.18)

Nürnberg: NPD-Funktionär aktiv in 1.FCN-Fanclub / 1. FCN droht nun mit Entzug des Status als offizieller Fanclub (Januar / Februar 2018)
- mehrfach aktualisiert -

Die Nürnberger NPD versucht sich mal wieder im Bereich halböffentlicher Aktivitäten. So soll am morgigen Freitag ab 19.30 Uhr ein "politischer Stammtisch" mit "Gastredner" Ralf Ollert stattfinden. Der Ort ist bisher unbekannt; InteressentInnen sollen sich über die Email-Adresse eines örtlichen NPD-Aktivisten namens Frank Auterhoff anmelden.

So weit, so schlecht. Interessant ist die Personalie Frank Auterhoff. Auterhoff ist zweiter Vorsitzender des NPD-Kreisverbandes Nürnberg-Fürth. Gleichzeitig ist der Mann auch zweiter Vorsitzender des 1. FCN-Fanclubs "The Glubb Warrior" (Anm.: Es existieren verschiedene Schreibweisen des Vereinsnamens). Dieser Verein wiederum ist offizieller FCN-Fanclub. Die frühere Vereinsgaststätte in der Oedenberger Straße ist nun wohl geschlossen. Wir fragen uns: Was sagt der Club zu diesem Fan-Club??

Update: Wie nordbayern.de (2.2.18) berichtete, droht der Club nun an, den Warriors den Status als offizieller Fanclub zu entziehen, falls sich an der "Zusammensetzung der Vorstandschaft" nichts ändern sollte. Auterhoff selbst könne man nicht aus dem Fußballverein werfen, weil er kein Mitglied sei.

(25.1.18, aktualisiert 26.1. und 2.2.18)

faszination-fankurve.de ("FCN droht Fanclub, weil Vorstand bei der NPD aktiv ist", 2.2.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Der 1. FC Nürnberg zeigt Rechten die Rote Karte", 2.2.2018): hier klicken!

Nankendorf (Ortsteil von Waischenfeld): Baden-württembergischer NPD-Chef will Gaststätte Polster-Bräu erwerben / Erwirbt die Gemeinde die Immobilie? / Öffentliche Proteste zeigen Wirkung / Immobilienpoker? (Januar / Februar 2018)
- mehrfach aktualisiert -

Wie nordbayerischer-kurier.de (22.1.18) berichtete, erwarb der baden-württembergischer NPD-Chef und Böblinger Kreisrat Janus Nowak die Gaststätte Polster-Bräu im Waischenfelder Ortsteil Nankendorf. Genauer: Der Kaufvertrag liege noch beim Notar und der extrem rechte Politiker sucht noch Mit-Investoren via Crowdfunding. Mit dem Erwerb der Traditionsgaststätte verbunden ist wohl auch der Besitz an der Braurezeptur.

Vor Ort beginnt nach Bekanntwerden der Personalie offensichtlich bereits die Verharmloserei: Vom Bürgermeister bis zum Verkäufer wird betont, der NPDler mache einen "ruhigen Eindruck" usw. Die Beruhigungsstrategie des Waischenfelder Bürgermeisters Edmund Pirkelmann ist das übliche Vorgehen konservativer Politiker in Nordbayern, wenn es um Nazis geht. Von der AfD ganz zu schweigen... Und wie immer in solchen Fällen gibt es keine relevante öffentliche Kritik am Verkäufer der Immobilie, dem Immobilienmakler Edgar Klaus, dessen Firma in Bayreuth angesiedelt ist.

Update: Laut neueren Zeitungsberichten (30.1.18) scheint der Immobilientransfer doch noch nicht in trockenen Tüchern zu sein. Der rechte Investor suche via Internet noch nach Geld. Und die Stadt Waischenfeld prüfe nun den Erwerb der Immobilie. Öffentliche Proteste scheinen Bewegung in die Angelegenheit gebracht zu haben. So veröffentlichte der Nordbayerische Kurier einen Leserbrief von 33 NankendorferInnen, in dem es u. a. in Reaktion auf die offiziösen Nazi-Verharmlosungstendenzen heißt: "Wir haben erhebliche Zweifel, dass Nowak so harmlos und seriös ist, wie er sich darstellt (...). Nowak wurde wegen Volksverhetzung und Urkundenfälschung verurteilt. Er hat nach Ansicht des Böblinger Amtsgerichts den Holocaust verharmlost und bezeichnete jüdische KZ-Häftlinge als 'Kriegsgefangene'". Zu seinen Geschäftspraktiken heißt es: "Den Investoren seiner Unternehmungen verspricht er schnelles Geld, doch wie dieses erwirtschaftet werden soll, verbirgt er hinter einem Schleier aus Fachsprache und heißer Luft". Unabhängig davon stellt sich natürlich auch die Frage, ob hier wieder mal Immobilienpoker unter Beteiligung der NPD gespielt wird, um der Gemeinde Geld abzuluchsen? Und: Die Marke Polsterbräu hat der NPD-Funktionär auf jeden Fall erworben und will damit irgendwo im Fränkischen Bier brauen.

Update 2: Wie nordbayern.de (2.2.18) schrieb, distanzierte sich nun unter anderem der Organisator des fränkischen Bierfestes vom rechten Brauherrn Janus Nowak. Dessen geschäftliche Anfrage sei abgewiesen worden. Weiterhin habe sich eine von Nowak genutzte Crowdfunding-Agentur nun von diesem zurückgezogen.

nordbayern.de ("Stadt Waischenfeld hat jetzt Polsterbräu gekauft", 3.2.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Kein 'braunes Bier' beim fränkischen Bierfest", 2.2.2018): hier klicken!, nordbayerischer-kurier.de ("Stadt Waischenfeld verhindert NPD-Wirt", 30.1.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Polsterbräu-Kauf: Schützt Grunderwerb vor NPD-Mann?", 30.1.2018): hier klicken!, br.de ("NPD-Mann kauft Polsterbräu in Nankendorf", 26.1.2018): hier klicken!, nordbayerischer-kurier.de ("NPD-Mann kauft Polsterbräu in Nankendorf", 22.1.2018): hier klicken!

Nürnberg: BAMF und ehemaliger BAMF-Mitarbeiter in der Kritik wegen eines menschenverachtenden Tweets (Januar 2018)

Wie migazin.de (31.1.18) berichtete, distanzierte sich nun das BAMF von rassistischen und menschenverachtenden Äußerungen des ehemaligen Mitarbeiters Ralf F. Dieser hatte auf dem Twitter-Account des AfD-Bundestagsabgeordneten Götz Frömming Geflüchtete aus Syrien unter anderem als "übles Pack" beschimpft und ihnen Feigheit vorgeworfen, weil sie vor dem mörderischen Bürgerkrieg fliehen. Auf seinem eigenen Twitter-Account verbreitet der Mann unter anderem Tweets der extrem rechten Identitären Bewegung.

Laut BAMF wurde der vorübergehende Mitarbeiter als Aushilfskraft von einer anderen Behörde entsendet. Es stellt sich die Frage, wieviele rechte Hetzer denn noch beim BAMF beschäftigt sind und über die Schicksale geflüchteter Menschen entscheiden dürfen.

migazin.de ("'Ich kenne diese Drecks Syrer von meiner Arbeit beim BAMF'", 31.1.2018): hier klicken!

Bayreuth: Nazi versuchte, Holocaust-Gedenkfeier zu stören (Januar 2018)
- mehrfach aktualisiert -

Wie frankenpost.de (29.1.18) berichtete, versuchte ein mutmaßlicher Nazi, eine Gedenkveranstaltung für die Opfer des Holocaust am Bayreuther Nordring zu stören. Der dortige Gedenkstein erinnert an die Häftlinge im Außenlager Bayreuth des KZ Flossenbürg. Der 32-jährige Nazi "öffnete das Fenster seines Autos und schrie Beleidigungen und volksverhetzende Äußerungen heraus". BeobachterInnen erwähnten gegenüber der Presse, dass der Rechte den Begriff "Scheiß-Judenfreunde" benutzt habe.

Update: Im Bamberg gab es, wie uns berichtet wurde, Versuche von Nazis aus dem Umfeld der Überreste der Partei "Die Rechte", eine Gedenkveranstaltung zum Holocaust-Gedenktag zu stören. Die Polizei habe dort rechte Provokationen verhindert.

nordbayerischer-kurier.de ("Judenhass bei Holocaust-Gedenken", 29.1.2018): hier klicken!, frankenpost.de ("Mann beleidigt Besucher an Holocaust-Gedenkstein", 29.1.2018): hier klicken!

Walsdorf (Lkr. Bamberg): Gewalttätiger Angriff auf Geflüchtete (Januar 2018)

Laut nordbayern.de (27.1.18) bewarfen drei jüngere Männer zwei Geflüchtete in Walsdorf (Landkreis Bamberg) mit Steinen und verletzten diese dadurch leicht. Die rassistischen Täter, die "fremdenfeindliche Parolen" riefen, konnten zunächst flüchten, wurden jedoch später durch die Polizei gefasst.

nordbayern.de ("Männer verletzen Asylbewerber durch Steinwürfe", 27.1.2018): hier klicken!

Oberasbach / Nürnberg: Prozess gegen rassistischen Gewalttäter hat begonnen (Januar 2018)

Vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth begann laut radio8.de (23.1.18) der Prozess gegen einen etwa 30 Jahre alten Mann wegen versuchten Mordes und Körperverletzung: "Laut Staatsanwaltschaft war die Lebensgefährtin des Angeklagten mit der Eisverkäuferin in Streit geraten. Dann habe sich der Mann eingemischt und die Eisverkäuferin sowie deren Tochter rassistisch beleidigt und geschubst. Als die Eisverkäuferin mit der Polizei drohte, habe er sie gepackt und vor ein fahrendes Auto gestoßen. Nur weil der Autofahrer blitzschnell reagierte, sei die Frau mit leichten Verletzungen davongekommen" (wir berichteten damals).

Das damals 56-jährige Opfer, Betreiberin einer Eisdiele, war laut Medienberichten vor dem gewalttätigen Zwischenfall mehrfach rassistischer Hetze und entsprechenden Schmierereien ausgesetzt.

radio8.de ("Oberasbach | Mordversuch aus Rassismus", 23.1.2018): hier klicken!

Fürth: Ludwig Erhard - Geschichtsklitterung rund um die Eröffnung des neuen Ludwig-Erhard-Zentrums / Ein Ökonom, der die Kriegswirtschaft der NS-Diktatur rückhaltlos bejahte (Januar 2018)

Der so genannte Vater der "Sozialen Marktwirtschaft", Ludwig Erhard, ist in seiner Geburtsstadt Fürth in aller Munde: In Planung befinden sich ein "Ludwig-Erhard-Lehrstuhl für Soziale Marktwirtschaft", ein "Ludwig-Erhard-Haus"; Straßen, Museen und Schulen sind nach ihm benannt.

Aber nicht alle jubeln. Kritiker wie der Fürther Historiker Siegfried Imholz beklagen die zunehmende "Geschichtsklitterung" um Erhard. Historiker Karl Heinz Roth sei bereits 1995 zu folgenden Schlüssen gekommen: "Der Erhard-Mythos ist ein Gemisch aus Verdrängung, Verschweigen, Schutzbehauptungen und Halbwahrheiten […] Sie [die seinerzeit neu aufgefundenen Dokumente] verweisen auf einen Ökonomen, der die Kriegswirtschaft der NS-Diktatur rückhaltlos bejahte und es sich zur Aufgabe machte, ihre Strukturen binnenwirtschaftlich und annexionspolitisch zu effektivieren".

Unter dem Titel "Fürther Geschichtslegenden - Das Dokumentationszentrum für Ludwig Erhard" verfasste Siegfried Imholz einige umfassende und sehr lesenswerte kritische Anmerkungen zum berühmten Fürther: hier klicken!

(24.1.18)

Nürnberg, 20. Januar: 150 gegen rechte Hetze - Pegida Nürnberg im Käfig (Januar 2018)
- aktualisiert -

Bei Schneeregen kamen am 20. Januar 150 Menschen zum Nürnberger Jakobsplatz und protestierten gegen die rassistische Hetze von Pegida Nürnberg, die auch diesmal nur um die 30 rechte AnhängerInnen mobilisieren konnten. Wichtig war wie immer: Pegida agitierte im Käfig der Polizeiabsperrungen und wirkte damit im gesellschaftlichen Abseits. Danke an alle GegendemonstrantInnen und an die OrganisatorInnen der Partei Die Linke!


Nürnberg, 20. Januar 2018: Fußballfans und wandernde Handwerksgesellen gegen Pegida (Fotos: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Zu Beginn der rechten Kundgebung um 14 Uhr und noch einmal eine viertel Stunde später war lautes Glockengeläut zu hören, Zufall oder nicht? Wie auch immer: Die radikalen RassistInnen konnten ihre Lügenbotschaften nicht ungestört verbreiten.

Update: Pegida-Boss Tegetmeyer kündigte an, dass "das Volk" am 23. Februar in Fürth auftritt. Wir werden ja sehen...

(20.1.18, ergänzt 21.1.18)

Bamberg, 20. Januar: Die Nazis des III. Wegs umzingelt von zahlreichen GegendemonstrantInnen (Januar 2018)
- aktualisiert -

Laut ersten uns zugegangenen Berichten und Fotos aus Bamberg war das rechte Dutzend vom III. Weg von zahlreichen GegendemonstrantInnen geradezu umzingelt. So wird das nichts mit der nationalen Revolution...

Update: Mehr als 200 GegendemonstrantInnen sorgten dafür, dass die rechten Reden selbst in der Nähe kaum zu verstehen waren. Nach etwa eineinhalb Stunden bauten die Aktivisten der Nazipartei Der III. Weg dann auch frühzeitig ab.

(20.1.18, ergänzt 21.1.18)

radio-bamberg.de ("Gegendemonstranten übertönen Rechtsextreme bei Versammlung am Bamberger Gabelmann", 20.1.2018): hier klicken!, infranken.de ("200 Demonstranten übertönen Rechtsextreme in Bamberg", 21.1.2018): hier klicken!

Nürnberg, 20. Januar: Entschieden gegen rechte Hetze! Gegen Pegida am Jakobsplatz ab 13.30 Uhr! Auf die Straße! / Stürzenberger benutzte den Nazi-Begriff "Volksschädling" (Januar 2018)

Im Rahmen des Rotationsverfahrens stemmt diesmal die Linke Nürnberg die Kundgebung gegen die RassistInnen von Pegida. Los gehts am nächsten Samstag, den 20. Januar ab 13.30 Uhr am Jakobsplatz.

Pegida wird neben einer Kundgebung am Jakobsplatz auch eine Demonstration durchführen. Ihre Wunschroute ist: Dr.-Kurt-Schumacher-Str., Grasersgasse, Graben, Färberstraße (evtl. auch Plärrer je nach Genehmigung), Ludwigstraße, Jakobsplatz.

Pegida-Agitator Michael Stürzenberger machte jüngst durch eine Rede beim "Neujahrsempfang" der rechtsradikalen Gruppe Pro Köln Furore. Dort nahm er die Berliner Linken-Politikerin Katina Schubert aufs Korn und steigerte sich schließlich in die folgende Tirade hinein: "Das sind Volksschädlinge, das sind Schädlinge am deutschen Volk". Dieser entmenschlichende und originär völkische Begriff wurde in der NS-Zeit in Gesetzesform gegossen: Im Reichsgesetzblatt vom 6. September 1939 wurde die "Verordnung gegen Volksschädlinge" bekannt gegeben. Das Gesetz diente ganz offensichtlich der Bekämpfung tatsächlicher oder vermeintlicher Gegner "an der Heimatfront" nach Beginn des deutschen Angriffskrieges.

(16.1.18, ergänzt 17.1.18)

Marktredwitz (Ofr.): Rassistischer Brandanschlag auf Lebensmittelladen eines Syrers? (Januar 2018)

Wie frankenpost (15. und 17.1.18) berichtete, hätten zwei bis jetzt unbekannte Männer einen Brand in einem Lebensmittelgeschäft in der oberfränkischen Stadt Marktredwitz gelegt. Ein aus Syrien stammender Geschäftsmann hatte den Laden erst drei Wochen zuvor eröffnet. Der Brand konnte zum Glück schnell unter Kontrolle gebracht werden, der Sachschaden betrage etwa 30.000 Euro. Durch die Brandstiftung gefährdet waren einige AnwohnerInnen, die ebenfalls rasch evakuiert worden seien.

Der Bayreuther SPD-Landtagsabgeordnete Rabenstein forderte, "mit Nachdruck im rechten Milieu zu ermitteln". Nach dem Anschlag ist die materielle Existens des Ladeninhabers gefährdet. In antirassistischen Kreisen hat die Tat bereits bundesweit Aufsehen erregt. Spendenaufrufe kursieren bereits.

frankenpost.de ("Rabenstein befürchtet rechtsextreme Tat", 17.1.2018): hier klicken!, frankenpost.de ("Brandanschlag auf Lebensmittelgeschäft eines Syrers", 15.1.2018): hier klicken!

Hof: Nazibloggerin und Holocaust-Leugnerin zu Bewährungsstrafe verurteilt (Januar 2018)

Wie frankenpost.de (15.1.18) berichtete, wurde im oberfränkischen Hof eine 51-jährige Holocaust-Leugnerin zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Die Frau "aus dem Raum Münchberg" betrieb im Internet Naziseiten, auf denen auch der Holocaust geleugnet wurde. Nach einem Monat Untersuchungshaft verriet die Frau die Passwörter der in den USA gehosteten Seiten und ermöglichte damit deren Löschung. Dass sie da "irgendwie reingeschlittert" sei, wie sie vor Gericht gesagt habe, ist bei jemandem, der Naziseiten betrieb, wenig glaubwürdig.

frankenpost.de ("Holocaust-Leugnerin gibt sich geläutert", 15.1.2018): hier klicken!

Nürnberg / München: Fortsetzung des Plädoyers der Nebenklageanwältin der Familie Şimşek, Seda Başay-Yildiz / Es mehren sich die Hinweise auf NSU-HelferInnen in Nürnberg / "Tiroler Höhe" reloaded / Nürnberger Nazi Jürgen F. wurde 2004 wegen einer Sachbeschädigung zulasten des 2005 vom NSU ermordeten İsmail Yaşar verurteilt (Januar 2018)

Am gestrigen Mittwoch setzte Frau Seda Başay-Yildiz, Nebenklageanwältin der Familie Şimşek, ihr Plädoyer fort. Sie geht davon aus, dass die NSU-Mörder HelferInnen vor Ort hatten, speziell in Nürnberg.

Bei den Nürnberger NSU-Verbrechen (einschließlich des Bombenanschlags in der Scheurlstraße) stellt sich die Frage, wie die MörderInnen auf die Anschlagsziele kamen. So war der Blumenstand Enver Şimşeks in der Liegnitzer Straße extrem abgelegen und Auswärtigen mit hoher Wahrscheinlichkeit unbekannt. Zufällig fährt dort kaum jemand vorbei. Frau Başay-Yildiz führte derartige Überlegungen systematisch fort und widerlegte bereits damit die staatsoffiziöse Theorie vom abgeschotteten Mörder-Trio ohne lokale HelferInnen an den Tatorten. Auch die in Zwickau gefundenen detaillierten Ausspähnotizen sowie die relativ geringe Zahl dokumentierter Autofahrten der rassistischen Mörder sprächen gegen die Trio-Theorie.

Völlig neu schließlich ist folgende Information aus dem Plädoyer: Ein Mitglied der Nürnberger Naziszene, Jürgen F., wurde 2004 wegen einer Sachbeschädigung zulasten des 2005 vom NSU ermordeten İsmail Yaşar verurteilt. "Einige Monate später war İsmail Yaşar tot", so die Anwältin. In diese Richtung wurde jedoch nicht weiter ermittelt, obwohl dieser Jürgen F. zusammen mit weiteren Neonazis aus dem NSU-Umfeld (u.a. den Angeklagten Ralf Wohlleben und Holger G. sowie Uwe Mundlos) am 18. Februar 1995 an einer Skinhead-Veranstaltung in der ehemaligen Gaststätte "Tiroler Höhe" in der Sterzinger Straße in Nürnberg teilgenommen hatten. Die Telefonnummer dieser Gaststätte, in der NPD- und Skinheadtreffen stattfanden, stand auf Mundlos "Garagenliste" (wir berichteten mehrfach).

(11.1.18)

bnr.de ("NSU-Unterstützer in Franken?", 15.1.2018): hier klicken!, NSU Watch ("Tageszusammenfassung des 403. Verhandlungstag – 09. Januar 2018", 10.1.2018): hier klicken!

Nürnberg / München: Plädoyer der Nebenklageanwältin der Familie Şimşek, Seda Başay-Yildiz, begann / "Sie können in Deutschland noch nicht mal eine Gedenktafel an dem Ort anbringen, wo er zu Tode gekommen ist, ohne dass diese immer wieder mit Hakenkreuzen beschriftet wird, so wie es bei der Gedenktafel für Enver Şimşek in Nürnberg zuletzt immer wieder der Fall war" (Januar 2018)

Frau Seda Başay-Yildiz begann am gestrigen Dienstag mit ihrem Plädoyer als Nebenklageanwältin der Familie Şimşek. Sie kritisierte scharf die einseitig und strukturell rassistisch geführten Ermittlungen von Polizei und zuständigen Gerichten. Die Familie des Nürnberger NSU-Mordopfers Enver Şimşek wurde jahrelang verdächtigt, einem kriminellen Umfeld anzugehören. Da ging es um angebliche Drogengeschäfte, da wurde dem Ermordeten eine erfundene Geliebte angedichtet und so weiter. Hinweisen auf rechte Täter und rassistische Tatmotive wurden konsequent ignoriert (wir berichteten mehrfach).

Wegen angeblicher Rückenschmerzen des angeklagten Neonazis Ralf Wohlleben musste das Plädoyer unterbrochen werden und wird am heutigen Mittwoch fortgesetzt. Auch der Nebenkläger Abdul Kerim Şimşek, Sohn des Nürnberger Mordopfers, soll dann zu Wort kommen.

(10.1.18)

NSU Watch ("Tageszusammenfassung des 402. Verhandlungstag – 09. Januar 2018", 9.1.2018): hier klicken!

Fürth: Nazi-Drohungen gegen ehemalige Sprecherin der Fürther Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus: "Heute Rot - morgen Tod" / Spendenaufruf wegen Sachbeschädigungen (Januar 2018)
- aktualisiert -

Das Privathaus der ehemaligen Sprecherin des Fürther Bündnisses gegen Rechtsextremismus und Rassismus wurde durch extrem Rechte beschmiert: Einerseits mit der Todesdrohung "Heute Rot - morgen Tod" (Fehler im Original) und andererseits wohl mit weiteren rechten Parolen. Das Bündnis twitterte umgehend: "Gezielte Drohung gegen unsere ehemalige Sprecherin. Aber wir lassen uns davon nicht einschüchtern. Gegen Nazis! Für ein solidarisches Miteinander!" Zur ausführlichen Stellungnahme des Bündnisses: hier klicken!

Ergänzung: Nach verschiedenen Medienberichten wurden unter anderem der Briefkasten und die Hausfassade beschmiert. Die betroffene Familie war in den letzten Jahren zahlreichen Bedrohungen und Anschlägen von Naziseite her ausgesetzt. Interessant: Auch ein kürzlich durch das Fürther Bündnis gegen Rechts über der Gedenktafel für Rudolf Benario und Ernst Goldmann angebrachtes Banner wurde vorsätzlich entfernt (Text: "Antifaschisten haben diese Birken 1930 gepflanzt, Neonazis haben sie 2017 zerstört"). Zwischen der Bedrohung der Antifaschistin und den wütenden Naziattacken auf den Gedenkort für Benario und Goldmann scheint es also Zusammenhänge zu geben. Aufgeklärt wurde unseres Wissens bisher keiner der Übergriffe auf die Fürther Familie und kein Anschlag auf die Gedenktafel.

Wer spenden möchte: Bfg-bündnis g.R., DE47760695590201014684, Verwendungszweck: Spende wg. Nazianschlag.

(4.1.18, ergänzt 5.1.18)

nordbayern.de ("Erneut Ärger an Fürther Gedenkstätte: Banner gestohlen", 5.1.2018): hier klicken!, br.de ("Morddrohung gegen Fürther Nazi-Gegnerin", 4.1.2018): hier klicken!, nordbayern.de ("Fürth: Neonazis stoßen Morddrohung aus", 4.1.2018): hier klicken!

Nürnberg / Mühldorf: Hitler-Fan attackierte Ehefrau eines Nürnberger Rabbiners (Januar 2017)

Wie ovb-online (9.1.17) berichtete, attackierte ein junger, zum Islam konvertierter Mühldorfer via Facebook die Ehefrau eines Nürnberger Rabbiners. Er habe unter anderem Juden als "Dreckspack" beschimpft und Hitler mit folgenden Worten zitiert: "Hitler hat gesagt, er werde uns ein paar von Eurer Sorte übrig lassen, damit wir sehen, wie schlecht Ihr seid". Der zu 3000 Euro Geldstrafe verurteilte Mann habe sich einerseits reuig gezeigt, andererseits seine radikalen antisemitischen Attacken mit der Politik des israelischen Staates entschuldigt.

nordbayern.de ("Juden beschimpft, Hitler zitiert", 9.1.2018): hier klicken!

Nürnberg: Hakenkreuze in der Südstadt (Januar 2018)

Laut einem uns zugegangenen Bericht wurden auf einen Briefkasten und einen Verteilerkasten in Höhe der Humboldtstraße 103 in Nürnbergs Südstadt Hakenkreuze geschmiert.

(4.1.18)

Nordbayern: Nordbayerische Bündnisse gegen rechts kritisieren behördliche Schweigetaktik in Bezug auf Neonazis (Januar 2018)
- aktualisiert -

Die Nordbayerischen Bündnisse gegen rechts kritisieren in einer aktuellen Pressemeldung die noch vielerorts zu beobachtende behördliche Schweigetaktik in Bezug auf Neonazis. Die Auswertung angemeldeter und unangemeldeter Zusammenkünfte bayerischer Neonazis aus dem Jahren 2016 und 2017 (hier klicken!) führte zu "erschreckenden Ergebnissen":

"1. Zahlreiche extrem rechte Veranstaltungen wurden seitens der zuständigen Behörden nicht an politisch vor Ort Aktive weitergemeldet. In der Folge erfuhren nicht selten weder Presse noch die gegen rechts interessierte Öffentlichkeit davon. Dies betraf vor allem angemeldete Kundgebungen der Neonazipartei "Der III. Weg". Es besteht zwar keine formalrechtliche Verpflichtung der Veröffentlichung einer solchen Anmeldung. Eine solche ist jedoch in einigen Kommunen gängige Praxis, welche extrem rechte Aufmärsche als Bedrohung des Gemeinwesens betrachten.

2. Nicht wenige Neonazi-Versammlungen blieben trotz fehlender Anmeldung nachträglich offenbar folgenlos, obwohl in der erwähnten Aufstellung Kundgebungsmittel wie Transparente und Fahnen mitgeführt wurden. Obwohl es sich demnach offensichtlich um geplanten Aufmärsche handelte, kommt die bayerische Staatsregierung in einer erheblichen Anzahl an Fällen zum Schluss: "Versammlungscharakter: nachträglich keine Beurteilung möglich". Die Durchführung einer Versammlung unter freiem Himmel ohne vorherige Anmeldung kann jedoch mit einem Bußgeld bis zu 3.000 € geahndet werden (Art. 21, Abs.1, Nr. 7 BayVersG)"
.

Die Nordbayerischen Bündnisse vermuten "behördliche Taktik" hinter dem Verschweigen öffentlicher Neonazi-Auftritte und der mangelnden ordnungsrechtlichen Verfolgung fehlender Anmeldungen. Widerstand wird dadurch in einigen Fällen unmöglich gemacht; Neonazis gewinnen zusätzliche Freiräume und fühlen sich bestärkt. Gefordert werden die regelmäßige Information örtlich Aktiver gegen rechts durch die Verwaltungen sowie das härtere Nachfassen gegen unangemeldete Naziversammlungen.

Ergänzung: Uns in Nürnberg ist im Jahr 2016 eine Minikundgebung der Nazis der Partei "Die Rechte" durch die Lappen gegangen. Das jedoch zum Glück in einer Phase, in der zeitweise pro Woche mehrere rechte Straßenveranstaltungen zu beobachten waren und die "Rechte" ansonsten ständig mit energischem Widerstand konfrontiert war. Auch in unserer Stadt informiert das Ordnungsamt nicht von sich aus... Besonders ärgerlich: In Gräfenberg fand am 4. März 2017 eine angemeldete Kundgebung der Nazis des "III. Wegs" mit 24 TeilnehmerInnen statt. Keine Information, kein Widerstand. Die Zeiten, als dort ein Bürgermeister Wolf hinter den AntifaschistInnen stand, ist schon länger vorbei...

(3.1.18)

Herzogenaurach: Rechte schmierten Hakenkreuz und SS-Runen auf Firmengebäude (Januar 2018)

Laut einer Pressemmeldung der Polizei (3.1.18) wurde zum Jahreswechsel das Treppenhaus eines Firmengebäudes in Herzogenaurach unter anderem mit Hakenkreuzen, SS-Runen und Fußballparolen beschmiert. Der Sachschaden betrage um die zwanzigtausend Euro.

nordbayern.de ("Treppenhaus von Firma mit Hakenkreuzen beschmiert", 3.1.2018): hier klicken!

Nürnberg: Neue Broschüre "Braune Soß aus Nordbayern" erschienen! Bestellungen an: mail@argumente-netzwerk.de / Kaufen bei ver.di, Gewerkschaftshaus Nürnberg, Raum 5.20 (Oktober / November 2017)

Fünf Jahre nach dem Erscheinen der Vorgängerbroschüre liegt nun die neue "Braune Soß aus Nordbayern" vor, herausgegeben vom Berliner Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., erstellt von Aktiven aus Nordbayern.


Neue "Braune Soß" erschienen! Inhaltsverzeichnis vergrößern: Cursor auf Grafik setzen, rechte Maustaste drücken, "Grafik anzeigen" drücken

In den vergangenen Jahren ist auch im nordbayerischen Raum eine neue soziale Bewegung von rechts entstanden, die dringend beschrieben und analysiert werden musste. Symptome dieser neuen völkischen Bewegung, deren Teile sich mehr oder weniger aufeinander beziehen, sind unter anderem: Die permanente Straßenpräsenz verschiedener Pegida-Ableger und neonazistischer Gruppierungen, die Wahlerfolge der immer weiter nach rechts rückenden AfD, die Radikalisierung der rassistischen Alltagssprache sowie die eskalierende Gewalt gegen Geflüchtete und deren Unterkünfte. Weiterlesen: hier klicken!

Die Herausgabe der Publikation wurde finanziell unterstützt durch: Bürgerforum Gräfenberg, DIDF (Föderation demokratischer Arbeitervereine), Fürther Bündnis gegen Rechtsextremismus und Rassismus, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Kreisverband Nürnberg, Grüne Liste Erlangen, Interventionistische Linke Nürnberg, Nordbayerische Bündnisse gegen rechts, Nürnberger Bündnis Nazistopp, Ver.di Bezirk Mittelfranken, VVN-BdA Kreisvereinigung Nürnberg/Fürth und Landesverband Bayern.

Die Broschüre ist direkt erhältlich bei ver.di, Gewerkschaftshaus Nürnberg, Kornmarkt 5-7, Raum 5.20 (5. Etage, Mo bis Do 8-17 Uhr, Fr 8-13 Uhr), im Infoladen Benario in Fürth, Nürnberger Str. 82 (Mi ab 19 Uhr, Fr ab 20 Uhr) sowie im Jugendhaus Erlangen, Wöhrmühle 7 (Mo 18.30-20 Uhr). Ein Einzelexemplar kostet 7 Euro, ab 10 Expl. 6 Euro, ab 50 Expl. 5 Euro und ab 100 Expl. 4 Euro (jeweils zzgl. Porto und Verpackung bei Zusendung per Post). Bestellungen per Email bitte an die Adresse mail@argumente-netzwerk.de (Verein argumente - Netzwerk antirassistischer Bildung e.V., Berlin).

Kompakte Informationen zu Preisen und Versandkosten: hier klicken!

(13.10.17)

nordbayern.de ("Broschüre deckt auf: So groß ist Frankens rechte Szene", 19.10.2017): hier klicken!, endstation-rechts-bayern.de ("Braune Soß aus Nordbayern", 15.10.2017): hier klicken!

Plakataktion des Nürnberger Bündnis Nazistopp: "183 Todesopfer durch rassistische Gewalt in Deutschland seit 1990 - Deine Stimme gegen Nazis und Rassist_innen" (Juli/September 2013)




Dies war unsere Plakataktion (nicht nur) zur Landtags- und Bundestagswahl 2013. Die Plakate wurden ab Anfang September auch auf Plakatwänden und Litfaßsäulen verbreitet.

Mit unserer Plakataktion zur Landtags- und Bundestagswahl 2013 fordern wir nicht nur die soziale Ausgrenzung extrem rechter und neonazistischer Parteien (und ihrer WählerInnen, solange sie diese Kräfte unterstützen). Wir problematisieren auch die aus unserer Sicht falsche Zählung der Todesopfer rechter Gewalt seitens der zuständigen Behörden und damit auch der Bundesregierungen.

Jede/r darf das Plakat aufhängen und herunterladen!

Plakate in Größe A 1 und A 3 können bei uns abgeholt werden, so lange der Vorrat reicht (Anfragen über die EMail-Adresse nazistopp.nuernberg@yahoo.de). Gegen Erstattung der Portokosten und eine kleine Spende schicken wir auch Plakate zu. Die Plakate können auch als PDF-Datei heruntergeladen und verbreitet werden: hier klicken!

Wir freuen uns im übrigen sehr über Spenden, da wir das Plakat (Druck und teilweise Aufhängung über die Stadtreklame im September 2013) aus eigenen Mitteln finanziert haben (Kontonummer siehe Kontakt, Spendenaufruf, Impressum auf dieser Homepage, Stichwort "Plakat" angeben!). Danke an Rumpel Druck Nürnberg (niedrige Druckkosten) und alle anderen SpenderInnen für die freundliche Unterstützung!

Aktueller Artikel zum Thema des Cura Opferfonds, der wichtigsten "Datenquelle" für unser Plakat: hier klicken!

Die Bundesregierung zählt derzeit "nur" 75 Tote durch rechtsextreme Gewalt seit 1990
- offizielle Zahl aktualisiert im Juli 2015 -

Die offizielle Erfassung rechter Gewalt in der Statistik "Politisch motivierte Kriminalität" (PMK) blendet einen Teil rassistischer Gewalt systematisch aus und trägt so zu deren Verharmlosung bei. So sind in Bayern sechs Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 "staatlich anerkannt", sieben Todesopfer nicht. Dieses von sämtlichen Bundesregierungen durchgeführte und unterstützte "Herunterrechnen" rechter Gewalt dient vermutlich der Imagepflege und der Aufrechterhaltung der offiziösen Extremismustheorie. Das hat nicht nur statistische Folgen: Wie sich im bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss bei der Befragung damaliger Ermittler und Zuständiger zeigte, war das allgemeine Ausblenden rassistischer Tatmotivationen üblich und verbreitet. Der Naziszene wurden derartig brutale Taten nicht zugetraut, folglich wurde auch nicht ernsthaft in diese Richtung ermittelt. Dabei würden ein paar Blicke in die von antifaschistischen und antirassistischen Initiativen gesammelten Tatbeschreibungen und Opferberichte vollauf genügen...

Leider ist unser Plakat nicht mehr "aktuell": Neonazis töteten in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 2013 in Kaufbeuren einem Mann

Ein Aktiver unseres Bündnisses äußerte vor kurzem die Hoffnung, dass das Jahr 2013 das erste Jahr seit Jahrzehnten ohne Todesopfer durch rechte Gewalt werden könnte. Der Traum ist aus: In Kaufbeuren erschlug ein Neonazi einen 34-jährigen, aus Kasachstan stammenden Mann. Der Täter und seine Gruppe hatten sich vorher rassistisch geäußert. Der Täter selbst sei zudem einschlägig polizeibekannt. Weitere Informationen des aida-Archivs München: hier klicken!

Nicht offiziell anerkannt als Opfer rechter Gewalt. Ein Beispiel: Klaus-Peter Beer, Amberg 1995, von Neonazis mißhandelt und schwer verletzt in die Vils geworfen, wo er ertrank

Dass Klaus-Peter Beer aus politischen Gründen ermordet wurde, zeigen Tatablauf und politische Einbindung der Täter. Das Internetportal "Mut gegen rechte Gewalt" berichtet: "In der Nacht zum 7. September 1995 wird der Busfahrer Klaus-Peter Beer in Amberg (Bayern) von den rechten Skinheads Richard L. und Dieter M. massiv geschlagen und schwer verletzt in die Vils geworfen. Klaus-Peter Beer ertrinkt. Die beiden Rechten wollen dem 48-jährigen Opfer 'einen Denkzettel verpassen', da sie von dessen Homosexualität wissen. Richard L. und Dieter M. treten unzählige Male mit ihren Springerstiefeln auf das wehrlose Opfer ein und werfen ihn anschließend in die Vils, wo er ertrinkt." Die Täter wurden zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, sind aber vermutlich schon lange wieder in Freiheit.

Mittlerweile ist bekannt, dass einer der damaligen Täter, Richard L., aus dem Gefängnis heraus Kontakt mit Mandy S. pflegte. Die Nazi-Aktivistin Mandy S. engagierte sich für die mittlerweile verbotene "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige" (HNG). Sie hielt sich eine Zeitlang im fränkischen Raum auf, war in der hiesigen Neonaziszene aktiv und verhalf den untergetauchten Neonazis Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe nach deren Untertauchen 1998 zu einem Unterschlupf. Beate Zschäpe nahm zeitweise die Identität von Mandy S. an.

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

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