Nürnberger Bündnis Nazistopp
 
      
 
Druckversion

*** Nürnberg, 24.9.15 (Donnerstag), Gewerkschaftshaus Nürnberg, 7. OG, Raum Burgblick, 19.30 Uhr: Veranstaltung "Der NSU-Prozess und seine Konsequenzen" mit Rechtsanwalt Alexander Hoffmann aus Kiel (tätig u. a. als Opferanwalt im Münchner NSU-Prozess). Veranstalter: ver.di
*** Download der aktuellen ISFBB-Broschüre "Pegida Nürnberg - Analyse der Redeinhalte": hier klicken!
*** Wir bitten wir euch um einen Unterstützungsbeitrag für unsere laufenden Projekte, auch kleine Summen sind willkommen! Zum Spendenkonto: hier klicken!
*** BROSCHÜRE der nordbayerischen Bündnisse gegen Rechts (NBB) "Fünf NSU-Morde in Bayern - und alles bleibt wie es ist?" (60 Seiten, A4) erhältlich im Gewerkschaftshaus Nürnberg, Kornmarkt, Rechtsschutzbüro ver.di Raum 5.20 (5. Stock) von 8 bis 16 Uhr, Preis 3,50 Euro. Oder Bestellungen per Email an nbb_gegen_rechts@yahoo.de, Preis 5 Euro pro Exemplar incl. Porto und Verpackung. Zusendung nach Zahlung per Vorkasse, Kontoverbindung wird per Mail zugeschickt. Inhaltsverzeichnis: hier klicken!

Fürth: Mehr als 2000 gegen flüchtlingsfeindlichen Naziaufmarsch - Scharfe Kritik an Transport der Nazis zu deren Kundgebungsort (August/September 2015)
- mehrfach aktualisiert -

Mehr als 2000 Menschen demonstrierten an verschiedenen Orten gegen den flüchtlingsfeindlichen Aufmarsch der Nazipartei "Der 3. Weg". Die Nazis konnten etwa 50, nach anderen Schätzungen 70 AnhängerInnen mobilisieren, darunter auch zwei verurteilte Rechtsterroristen. Dass die Rechten per Infra-Bus zum Demoort gebracht wurden, rief auf Seiten der GegendemonstrantInnen scharfe Kritik hervor. Nach der Gegendemonstration marschierten noch mehrere hundert AntifaschistInnen zum Fürther Rathaus.

Im Verlauf des Tages kam es laut Nonügida auch zu kurzfristigen Straßenblockaden. Den Nazis sollte der Weg versperrt werden.

Die mächtige Gegenmobilisierung in Sicht- und Hörweite der Nazis ist als großer Erfolg einzuschätzen.

Update zum Infra-Transport der Nazis: In dem Brief eines Beobachters an die Infra-Spitze heißt es:
"Am 29.8.15 konnte ich beobachten, dass ein leerer Infra-Bus (ohne Angabe der Linie, aber eindeutig identifizierbar) gegen 16.00 Uhr den Laubenweg in Fürth in Richtung Kronacher Straße fuhr. Ca. 20 Ninuten später kam er wieder zurück, vollgepackt mit abziehenden Nazis der Kundgebung (Veranstalter "Der III.Weg"). Diese Gruppe wurde gezielt abgeholt und befördert. Das Ganze bewegte sich dann im Korso mit Polizeieinsatzfahrzeugen und Privatwagen der Nazis.
Ich hatte ca. eine halbe Stunde zuvor einen Mitarbeiter der infra, der vor Ort wohl für die Koordination zuständig war, darauf angesprochen, warum die infra die Nazis schon zur Kundgebung befördert hatte. Antwort: Das sei ein Linienbus gewesen und auch die Abreise erfolge nur mit einem regulären Linienbus. Das ist eindeutig eine bewusste Falschauskunft gewesen"
(Hervorbebungen durch uns).

In einem Offenen Brief des Fürther Bündnisses an den Fürther OB und an den Chef des städtischen Verkehrs- und Energieunternehmens Infra wird nun entsprechend Druck aufgebaut: hier klicken!. Die Entscheidung der Polizei, die Nazis in einem Bus zum Kundgebungsort transportieren zu lassen, kritisieren nun auch die örtlichen Grünen scharf und argumentieren laut nordbayern.de (4.9.15) unter ande rem folgendermaßen: "Man stelle sich vor, (...) Gegner der Castor-Transporte wären zum Protestort gebracht worden".

nordbayern.de ("Neonazi-Demo: Fürther Grüne wettern gegen Polizei", 4.9.2015): hier klicken!, nordbayern.de ("Sonderfahrt mit Linienbus", 3.9.2015): hier klicken!, nordbayern.de ("Ärger nach der Demo: Sonderbus für Neonazis?", 31.8.2015): hier klicken!, Störungsmelder ("Fürth setzt ein deutliches Zeichen gegen Neonazis [mit Bildergalerie]", 29.8.2015): hier klicken!, nordbayern.de ("Über 1500 demonstrierten in Fürth gegen rechte Hetze", 29.8.2015): hier klicken!

Hollfeld (Ofr.): Zahlreiche neue Nazisprühereien (August 2015)

Laut infranken.de (31.8.15) brachten Neonazis im oberfränkischen Hollfeld in der Nacht zum vergangenen Sonntag zahlreiche NS-Symbole wie Hakenkreuz, "SA" und "SS" an. Besprüht wurden Straßen, Gebäudeteile, Autos, aber auch die örtliche Vierzehnheiligenkapelle. Der Schaden soll mehrere tausend Euro betragen.

Wie nordbayern.de (2.9.15) berichtete, wurde bereits vor einigen Wochen der Radweg zwischen Hollfeld und Kainach mit Nazisymbolen beschmiert. Bürgermeisterin Karin Barwisch äußerte sich erschreckend verharmlosend. Sie vermute hinter den Taten "alkoholisierte Jugendliche, die nicht aus Hollfeld kommen und denen die Dimension ihres Handelns gar nicht bewusst sei". Klar: Die Nazis kommen aus dem Nachbardorf und sind wegen ihres Alkoholkonsums eigentlich gar keine. Genau dieselbe Ausrede wird von Nazis denn auch gerne mal vor Gericht vorgebracht.

nordbayern.de ("14 Objekte beschmiert: Hakenkreuze an Kapelle", 2.9.2015): hier klicken! infranken.de ("Kapelle in Hollfeld mit rechten Symbolen beschmiert", 31.8.2015): hier klicken!

Fürth: Neonazis meldeten Demonstration für Samstag, den 29. August im Stadtteil Ronhof in der Nähe eines Flüchtlingsheims an. Fürther Bündnis gegen Rechts ruft zum Gegenprotest ab 12 Uhr, Kreuzung Erlanger und Kronacher Straße auf: RassistInnen entgegentreten! Kein Platz für Nazis in Fürth! (August 2015)
- mehrfach aktualisiert -

Laut Mitteilung aus Fürth (24.8.15) meldeten bekannte Neonazis aus dem Umfeld der Partei "Der 3. Weg" für Samstag, den 29. August eine Demonstration im Fürther Stadtteil Ronhof in der Nähe eines Flüchtlingsheims an. Das rassistische Thema ist, wie zu erwarten: "Asylflut stoppen". Laut Pressemitteilung der Stadt Fürth (28.8.15) wird die Nazi-Demo von 13 bis 16 Uhr stattfinden. Zur rechten Route heißt es: "Vom Treffpunkt im Einmündungsbereich Kronacher und Bremer Straße führt die Strecke durch die Kronacher Straße nach Norden, biegt nach Westen in die Emdener Straße zur Bremer Straße und geht durch diese nach Süden zum Ausgangspunkt zurück". Ein Verbot sei angeblich nicht möglich.

Das Fürther Bündnis gegen Rechts und weitere Organisationen rufen zum Gegenprotest auf, darunter auch unser Bündnis. Die Gegenkundgebung wurde angemeldet für Samstag, den 29. August ab 12 Uhr, Kreuzung Erlanger und Kronacher Straße. Angesichts der aktuellen Übergriffe und Gewalttaten gegen Flüchtlinge fordert das Fürther Bündnis u. a. ein Verbot der Nazi-Veranstaltung.

Weitere angemeldete Gegenveranstaltungen: Kundgebung Ecke Ronhofer / Kronacher Straße sowie Demo ab Kreisverkehr Seeackerstraße Richtung Flensburger Straße.

Mittlerweile rufen auch der Fürther OB Jung sowie die grünen Parlamentsabgeordneten Osgyan, Ganserer und Kekeritz zur Teilnahme an den Gegenprotesten auf.

Demoflyer: hier klicken!

(Stand 28.8.15)

nordbayern.de ("Stadt Fürth legt Marschroute für Demo von Neonazis fest", 28.8.2015): hier klicken!, sueddeutsche.de ("Demonstration gegen Neonazi-Marsch", 26.8.2015): hier klicken!, nordbayern.de ("Fürth: Rechtsradikale wollen gegen Flüchtlinge demonstrieren", 26.8.2015): hier klicken!

Unterferrieden: Flüchtlingshelfer bedroht (August 2015)

Laut nordbayern.de (26.8.15) wird eine Familie aus Unterferrieden im Landkreis Nürnberger Land bedroht, vermutlich durch Neonazis. Ein anonymer Drohbrief soll die in der Flüchtlingshilfe engagierte Familie einschüchtern: "Ein frankiertes Schreiben ohne Absender enthielt ein Foto, einen Zeitungsausschnitt mit Markierungen und ein Blatt auf dem neben ihrer Adresse lediglich stand: Wir sehen dich". Das besonders Perfide an der Drohung ist, dass über ein Foto der gesamten Familie auch deren Kinder mit bedroht werden.

Da kann man nur sagen: Feige RassistInnen! Laut Artikel gab es bereits vor Eröffnung der Flüchtlingsunterkunft eine rassistische Flyeraktion. Deren Urheber seien bekannt.

nordbayern.de ("'Wir sehen dich': Flüchtlingshelfer erhalten Drohbrief", 26.8.2015): hier klicken!

Nürnberg: Nazidemo am 1. Mai 2016? - Verhindern! (August 2015)

Die Neonazipartei "Die Rechte" hat für den 1. Mai 2016 eine Demonstration unter dem Motto "Gegen Überfremdung und Sozialabbau!" angezeigt. Dies ist nach Jahren wieder der erste Nazi-Versuch, am 1. Mai in Nürnberg aufzuschlagen. In unverhohlen völkischem NS-Stil heißt es: "Der 1. Mai ist als Tag der nationalen Arbeit seit 1933 in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag. An diesem Tag erhebt sich das Volk gegen soziale Ungerechtigkeit und geht für seine Zukunft auf die Straße".

Die Nazis geben als Treffpunkt den Nürnberger Hauptbahnhof an, genauer den Nelson-Mandela-Platz, die Demo soll dort um 13 Uhr beginnen. Als RednerInnen sind angekündigt: Ursula Haverbeck (u.a. wegen Holocaust-Leugnung gerichtlich verurteilt), Christian Worch (Die Rechte), Philipp Hasselbach (Die Rechte), Manfred Waldukat (NPD).

Die angezeigte Route mit vielen NS-Bezügen führt zunächst südlich des Frauentorgrabens entlang zum Plärrer, dann über den Spittlertorgraben und Hallertor zum Hauptmarkt, von dort aus am Ort der ehemaligen Hauptsynagoge vorbei (von den Nazis im August 1938 zerstört) zurück zum Bahnhof.

Es ist klar, dass ein - vermutlich größerer - Naziaufmarsch in Nürnberg am 1. Mai gar nicht geht. GeschichtsrevisionistInnen und Hitler-Fans haben in der ehemaligen Stadt der Reichsparteitage nichts verloren. Es ist unsere Pflicht, das Zustandekommen einer derartigen Veranstaltung zu verhindern! Es ist auch die Pflicht der Stadt Nürnberg, ein Veto einzulegen, wenn sie nicht erneut als Stadt der Naziaufmärsche in die Geschichte eingehen will.

(25.8.15)

Nürnberg: Die antifaschistische Herbstsaison wird bald eröffnet - Kommentar aus dem Nürnberger Stadtpark - Neues zur allerorten grassierenden "Kriminilität" (August 2015)

Liebe AntifaschistInnen, wir alle haben nach bisher 18 (!) Mobilisierungen im Jahr 2015 gegen neonazistische und rassistische Straßenaktionen in Nürnberg eine kleine Pause verdient - und doch ist ungewiss, wie lange die Pause dauern wird. Spätestens im September rechnen wir jedenfalls mit einem erneuten rassistischen Pegida-Aufmarsch. Dazu ein Kommentar aus dem Nürnberger Stadtpark:


Neulich gesehen im Nürnberger Stadtpark (Foto: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Pegida Nürnberg scheint sich, den neuesten Äußerungen auf Facebook nach zu urteilen, endgültig den Weltuntergangssekten angeschlossen zu haben. Ein Auszug: "diese Nicht-Flüchtlinge führen sich auf wie Vandalen, zertrümmern was nicht niet-und nagelfest ist, stechen sich gegenseitig und uns fröhlich ab; die Kriminilität (Anm.: hervorgehoben durch uns) explodiert allerorten (...) zwischen Russland und USA bahnt sich ein gewaltiger Krieg an, dessen Schauplatz hier sein wird und keinen kümmert´s (...) ". Und so weiter und so fort. Rechtschreibfehler wurden belassen wie im Original. Leider entwickeln sich Weltuntergangssekten manchmal in gefährliche Richtungen, wir werden also auch aus diesem Grund weiter dagegenhalten müssen.

(19.8.15)

Neustadt / Waldnaab (Oberpfalz): Brandanschlag auf bewohnte Flüchtlingsunterkunft (August 2015)

Die seit Monaten andauernde Serie von mutmaßlich rassistisch motivierten Brandanschlägen geht weiter. In der Nacht zum Freitag wurde im oberpfälzischen Neustadt / Waldnaab ein Brandanschlag auf eine bewohnte Flüchtlingsunterkunft verübt. Einer der Flüchtlinge "hatte den Brand bemerkt und zugleich zwei Männer gesehen, die durch ein Fenster flüchteten. Eine dritte Person soll vor dem Gebäude gewartet haben", so np-coburg.de (22.8.15). Zum Glück wurde niemand verletzt.

Politische Vernebelungstendenzen kommen von Neustadts CSU-Bürgermeister Troppmann. Laut sueddeutsche.de (21.8.15) gebe es in der Stadt, so Troppmann, "weder ausländerfeindliche Tendenzen noch eine rechtsextreme Szene". Diese Aussage ist insofern irreführend, als es selbstverständlich in jeder Stadt und in jeden Dorf "ausländerfeindliche Tendenzen" im Sinne rassistischer BewohnerInnen gibt, wie groß der Anteil auch immer sein mag. Die Aussage ist zweitens irreführend, weil ein nur oberflächlicher Scan offenbart, dass es in der nächsten Umgebung Neustadts in letzter Zeit sehr wohl rassistische und neonazistische Vorfälle gab (siehe auch den unten verlinkten Artikel von sueddeutsche.de). Und sogar neonazistische Prominenz residiert in unmittelbarer Nähe: Konzertveranstalter und FSN-Betreiber Patrick Schröder gibt als Adresse den unweit gelegenen Ort Mantel an.

np-coburg.de ("Brand in Asylbewerber-Unterkunft: Polizei prüft Hinweise", 22.8.2015): hier klicken!, mittelbayerische.de ("Unter Neustadts Oberfläche brodelt es", 21.8.2015): hier klicken!, sueddeutsche.de ("Wie Neustadt auf den Brandanschlag reagiert", 21.8.2015): hier klicken!

Nürnberg / Essen: Prozess gegen Wachleute, die Flüchtlinge misshandelten, läuft - Nürnberger Security-Firma involviert (August 2015)

Laut Printausgabe der Nürnberger Nachrichten (21.8.15) hat der Prozess gegen mehrere Wachleute begonnen, die in einer Essener Flüchtlingsunterkunft Bewohner misshandelt haben (wir berichteten im Oktober 2014)). Mit der Bewachung war u. a. die Nürnberger Firma SKI beauftragt. Laut NN inszenierten sich die Angeklagten vor Gericht als Opfer und leugneten die Vorwürfe weitgehend.

Neustadt / Aisch: RassistInnen fälschten mehrere ‪BRK‬-Schreiben (August 2015)
- aktualisiert -

Laut Facebook-Account des BRK-Kreisverbandes Neustadt Aisch / Bad Windsheim (18.8.15) sind gefälschte BRK-Schreiben im Umlauf. In einem der gefälschten Schreiben wird laut Nonügida seitens des regionalen BRK-Geschäftsführers in rassistisch gefärbter Sprache behauptet, dass Flüchtlinge nicht mehr medizinisch behandelt und transportiert werden würden. Das Pamphlet trägt das Datum 17. August 2015, Todestag des verurteilten Naziverbrechers Rudolf Heß. Der BRK-Kreisverband betont nun unter anderem: "Das Bayerische Rote Kreuz hilft jeder Person, die Hilfe benötigt".

Update: Offensichtlich ist ein zweites gefälschtes BRK-Rundschreiben im Umlauf. In dem Schreiben distanzieren sich die AutorInnen, angeblich MitarbeiterInnen "im BRK KV NEA-BWH", vom oben genannten ersten Brief, hetzen jedoch dann in radikal-rassistischer Manier, zum Beispiel: "Es ist ein Fakt das (sic!) sich viele Asylantenheime in einem besseren Zustand befinden als unsere eigenen Rettungswachen!"

(20.8.15, aktualisiert 24.8.15)

nordbayern.de ("'Umgang mit Asylbewerbern': Wieder gefälschter BRK-Brief", 24.8.2015): hier klicken!, infranken.de ("Rotes Kreuz wehrt sich gegen rechte Fälschung", 20.8.2015): hier klicken!, nordbayern.de ("'Umgang mit Asylanten': Gefälschtes BRK-Dokument kursiert", 20.8.2015): hier klicken!

Weißenburg: RassistInnen griffen 56-jährigen türkischen Imbissbesitzer an und verletzten diesen schwer - Parolen wie "Scheiß Asylant!" seien gerufen worden (August 2015)

Laut Weißenburger Landkreisbündnis gegen Rechts (17.8.15) kam es am 9. August zu einem gewalttätigen Angriff auf den Inhaber eines türkischen Schnellrestaurants in der Weißenburger Innenstadt. Eine größere Kundengruppe wollte ihre Rechnung nicht begleichen und schlug den Ladeninhaber krankenhausreif. Dieser habe schwere Verletzungen erlitten, unter anderem durch "das Zerschlagen einer Biermaß an seinem Kopf". Während der Auseinandersetzung seien auch rassistische Parolen wie "Scheiß Asylant!" und "Scheiß Ausländer!" gerufen worden.

(18.8.15)

nordbayern.de ("Heftige Schlägerei in Weißenburg", 14.8.2015): hier klicken!

Nürnberg, 17. August: Neonazi-nahe Facebook-Seite "Nügida" postete Gedenken an Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß (August 2015)
- mehrfach aktualisiert -

Die neonazi-nahe Facebook-Seite "Nügida" postet zum Gedenken an den ehemaligen Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß. Geteilt wird ein Beitrag eines anderen Users mit einem Heß-Foto sowie dem Text "Wir gedenken Rudolf Heß / Gebt die Akte frei, die Wahrheit ans Licht!"

Der heutige 17. August ist für Neonazis ein Gedenktag für den ehemaligen Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß, der sich am 17. August 1987 in seiner Spandauer Gefängniszelle das Leben nahm. Für Neonazis in ganz Europa ist Heß ein Held, ein Märtyrerkult rankt sich seit Jahrzehnten um den Nazi-Verbrecher.

Ähnliche Postings finden sich auf Facebook-Accounts regionaler Gliederungen der NPD und von "Die Rechte".

Update: Montag gegen 22 Uhr war das Posting auf der Nügida-Seite gelöscht, einige Stunden später wieder online.

(17.8.15, aktualisiert 18.8.15)

Stammheim (Ufr.): Initiativenplakate entwendet und mit Hakenkreuzen beschmiert (August 2015)

Laut Facebook-Account der Initiative "Stammheim ist bunt" wurden in der Nacht von Sonntag auf Montag vier öffentlich aufgehängte Plakate mit Hakenkreuzen beschmiert. Ein Banner sei zudem gestohlen worden.

In Stammheim entfaltete die Neonazi-Partei "Die Rechts" zuletzt emsige Aktivitäten und nutzte ein im Ortszentrum befindliches Gebäude, das sich in Besitz einer Nürnberger / Erlanger Maklerin befindet. Die Verwendung als bayerische "Die Rechte"-Parteizentrale wurde vorerst gerichtlich untersagt (wir berichteten).

(17.8.15)

nordbayern.de ("'Stammheim ist bunt'-Banner beschmiert und entwendet", 17.8.2015): hier klicken!

Hof: Gedenkstein für Naziopfer Hans Merker mit grüner Farbe beschmiert (August 2015)

Laut br.de (17.8.15) ist ein erst kürzlich verlegter Gedenkstein für den Hofer Widerstandskämpfer Hans Merker (1904 - 1945) mit grüner Farbe beschmiert worden. Ein neonazistischer Hintergrund dieser Aktion muss angenommen werden.

Das KPD-Mitglied Hans Merker wurde am 5. Januar 1945 durch SS-Mitglieder ermordet. Merker war auch nach 1933 für die dann verbotene KPD aktiv, wurde mehrfach verhaftet und in verschiedenen Konzentrationslagern gequält.

br.de ("Nazi-Opfer-Gedenkstein beschmiert", 17.8.2015): hier klicken!

Nürnberg, 14. August: Gut 100 AntifaschistInnen auf der Straße - Naziauftritt verhindert, Blood&Honour-Nazis fuhren Nürnberg erst gar nicht an - Endlich doch noch: Hausverbote und Platzverweise (August 2015)
- aktualisiert -

Die aus Ungarn angereisten Nazis aus der Blood&Honour-Szene kehrten am Freitagnachmittag auf dem Weg nach Nürnberg um. Vermutlich waren ihnen zuvor schlechte Nachrichten mitgeteilt worden: Gut 100 AntifaschistInnen warteten trotz Ferienzeit vor dem Dokuzentrum, die Stadt hatte sich doch noch zu Hausverboten für Dokuzentrum und Memorium durchgerungen, die Polizei hatte für Teile des ehemaligen NSDAP-Reichsparteitagsgeländes Platzverweise erteilt. Zusammen mit der Kündigung der abendlichen Unterkunft im südlichen Mittelfranken mag dies den Rechten klargemacht haben: Nürnberg ist kein gutes Reiseziel für Nazis!



Protest gegen Blood&Honour-Nazis vor dem Nürnberger Dokuzentrum am 14. August (Fotos: Nürnberger Bündnis Nazistopp)

Aus unserer Sicht ist dies der gemeinsame Erfolg verschiedener antifaschistischer Spektren aus Nürnberg! Dankeschön! Der Druck auf Stadt und Sicherheitsbehörden wuchs in den vergangenen Tagen zunehmend, die Presse berichtete überregional kontinuierlich, so dass ein Ignorieren und Aussitzen nicht mehr opportun erschien.

Bereits zu Beginn des heutigen Tages lief es eher schlecht für die Nazis: In Landshut standen einige Dutzend AntifaschistInnen bereit; der Zutritt zum Objekt der Begierde, der Martinskirche, war versperrt. Der rechte Bus steuerte die Stadt gar nicht erst an und bewegte sich nach Ingolstadt. Nach dem Nürnberg-Desaster wollen die Nazis nach Oberschleißheim reisen und im Schwäbischen übernachten, wie gerüchteweise zu hören war. Morgen ist München dran mit Widerstand!

Nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge erübrigt sich die morgige Gegenkundgebung vor dem Memorium Nürnberger Prozesse.

Update: Die Nazireise durch Österreich und Deutschland auf Hitlers Spuren war geprägt durch zahlreiche antifaschistische Proteste, aber auch nicht selten durch Verharmlosungsversuche regionaler Behörden. Somit ist es nicht verwunderlich, dass die Nazi-Tour im verharmlosenden und Stillschweigen bewahrenden bayerischen Behördennebel endete. Der für den Obersalzberg zuständige Polizeichef habe laut bgland24.de (18.8.15) geäußert: "Aber wir haben keine Beweise, dass es sich dort um Neo-Nazis gehandelt hat". Außerdem seien die Ungarn "nett und freundlich" gewesen. Schön, dann konnten die Faschisten ja wenigstens noch Hitlers ehemaliges Domizil ungestört besuchen. Bayerns touristisches Image bei Nazis wäre hiermit mit einiger Anstrengung doch noch gerettet!

(14.8.15, ergänzt 19.8.15)

bgland24.de ("Reise ungarischer Neo-Nazis: Viel Lärm um nichts?", 18.8.2015): hier klicken!, nordbayern.de ("Rechtsextreme sagen Besuch in Nürnberg ab", 14.8.2015): hier klicken!, vice.com ("​Die Neonazis von 'Blood & Honour' auf Kaffeefahrt in Hitlers Heimat", 14.8.2015): hier klicken!

Plakataktion des Nürnberger Bündnis Nazistopp: "183 Todesopfer durch rassistische Gewalt in Deutschland seit 1990 - Deine Stimme gegen Nazis und Rassist_innen" (Juli/September 2013)




Dies war unsere Plakataktion (nicht nur) zur Landtags- und Bundestagswahl 2013. Die Plakate wurden ab Anfang September auch auf Plakatwänden und Litfaßsäulen verbreitet.

Mit unserer Plakataktion zur Landtags- und Bundestagswahl 2013 fordern wir nicht nur die soziale Ausgrenzung extrem rechter und neonazistischer Parteien (und ihrer WählerInnen, solange sie diese Kräfte unterstützen). Wir problematisieren auch die aus unserer Sicht falsche Zählung der Todesopfer rechter Gewalt seitens der zuständigen Behörden und damit auch der Bundesregierungen.

Jede/r darf das Plakat aufhängen und herunterladen!

Plakate in Größe A 1 und A 3 können bei uns abgeholt werden, so lange der Vorrat reicht (Anfragen über die EMail-Adresse nazistopp.nuernberg@yahoo.de). Gegen Erstattung der Portokosten und eine kleine Spende schicken wir auch Plakate zu. Die Plakate können auch als PDF-Datei heruntergeladen und verbreitet werden: hier klicken!

Wir freuen uns im übrigen sehr über Spenden, da wir das Plakat (Druck und teilweise Aufhängung über die Stadtreklame im September 2013) aus eigenen Mitteln finanziert haben (Kontonummer siehe Kontakt, Spendenaufruf, Impressum auf dieser Homepage, Stichwort "Plakat" angeben!). Danke an Rumpel Druck Nürnberg (niedrige Druckkosten) und alle anderen SpenderInnen für die freundliche Unterstützung!

Aktueller Artikel zum Thema des Cura Opferfonds, der wichtigsten "Datenquelle" für unser Plakat: hier klicken!

Die Bundesregierung zählt derzeit "nur" 75 Tote durch rechtsextreme Gewalt seit 1990
- offizielle Zahl aktualisiert im Juli 2015 -

Die offizielle Erfassung rechter Gewalt in der Statistik "Politisch motivierte Kriminalität" (PMK) blendet einen Teil rassistischer Gewalt systematisch aus und trägt so zu deren Verharmlosung bei. So sind in Bayern sechs Todesopfer rechter Gewalt seit 1990 "staatlich anerkannt", sieben Todesopfer nicht. Dieses von sämtlichen Bundesregierungen durchgeführte und unterstützte "Herunterrechnen" rechter Gewalt dient vermutlich der Imagepflege und der Aufrechterhaltung der offiziösen Extremismustheorie. Das hat nicht nur statistische Folgen: Wie sich im bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss bei der Befragung damaliger Ermittler und Zuständiger zeigte, war das allgemeine Ausblenden rassistischer Tatmotivationen üblich und verbreitet. Der Naziszene wurden derartig brutale Taten nicht zugetraut, folglich wurde auch nicht ernsthaft in diese Richtung ermittelt. Dabei würden ein paar Blicke in die von antifaschistischen und antirassistischen Initiativen gesammelten Tatbeschreibungen und Opferberichte vollauf genügen...

Leider ist unser Plakat nicht mehr "aktuell": Neonazis töteten in der Nacht vom 17. auf den 18. Juli 2013 in Kaufbeuren einem Mann

Ein Aktiver unseres Bündnisses äußerte vor kurzem die Hoffnung, dass das Jahr 2013 das erste Jahr seit Jahrzehnten ohne Todesopfer durch rechte Gewalt werden könnte. Der Traum ist aus: In Kaufbeuren erschlug ein Neonazi einen 34-jährigen, aus Kasachstan stammenden Mann. Der Täter und seine Gruppe hatten sich vorher rassistisch geäußert. Der Täter selbst sei zudem einschlägig polizeibekannt. Weitere Informationen des aida-Archivs München: hier klicken!

Nicht offiziell anerkannt als Opfer rechter Gewalt. Ein Beispiel: Klaus-Peter Beer, Amberg 1995, von Neonazis mißhandelt und schwer verletzt in die Vils geworfen, wo er ertrank

Dass Klaus-Peter Beer aus politischen Gründen ermordet wurde, zeigen Tatablauf und politische Einbindung der Täter. Das Internetportal "Mut gegen rechte Gewalt" berichtet: "In der Nacht zum 7. September 1995 wird der Busfahrer Klaus-Peter Beer in Amberg (Bayern) von den rechten Skinheads Richard L. und Dieter M. massiv geschlagen und schwer verletzt in die Vils geworfen. Klaus-Peter Beer ertrinkt. Die beiden Rechten wollen dem 48-jährigen Opfer 'einen Denkzettel verpassen', da sie von dessen Homosexualität wissen. Richard L. und Dieter M. treten unzählige Male mit ihren Springerstiefeln auf das wehrlose Opfer ein und werfen ihn anschließend in die Vils, wo er ertrinkt." Die Täter wurden zu langjährigen Gefängnisstrafen verurteilt, sind aber vermutlich schon lange wieder in Freiheit.

Mittlerweile ist bekannt, dass einer der damaligen Täter, Richard L., aus dem Gefängnis heraus Kontakt mit Mandy S. pflegte. Die Nazi-Aktivistin Mandy S. engagierte sich für die mittlerweile verbotene "Hilfsorganisation für nationale politische Gefangene und deren Angehörige" (HNG). Sie hielt sich eine Zeitlang im fränkischen Raum auf, war in der hiesigen Neonaziszene aktiv und verhalf den untergetauchten Neonazis Böhnhardt, Mundlos und Zschäpe nach deren Untertauchen 1998 zu einem Unterschlupf. Beate Zschäpe nahm zeitweise die Identität von Mandy S. an.

Danke und Kontakt

Wir danken allen Organisationen und Einzelpersonen, die das Nürnberger Bündnis Nazistopp unterstützen!

Kontakt per Email: nazistopp.nuernberg@yahoo.de

Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk ist lizensiert nach der Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 2.0 Lizenz. Quellenangabe bei der Verwendung von Texten dieser Homepage: www.nazistopp-nuernberg.de