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Nürnberg / Bamberg: 29-jähriger Nürnberger bedrohte
MitarbeiterInnen des Bamberger Impfzentrums (April 2022)
Laut nordbayern.de (25.4.22) ist ein 29-jähriger
Nürnberger aufgeflogen, der via Telefon den
MitarbeiterInnen des Bamberger Impfzentrums körperliche
Gewalt angedroht hatte.
nordbayern.de ("Drohanrufe gegen Impfzentrum in Franken:
29-jähriger Nürnberger aufgeflogen", 25.4.22): hier
klicken!
Ansbach: "Corona-Rebellin" griff Journalist in die
Kamera (April 2022)
Wie doku ansbach (25.4.22, Twitter) berichtete, griff am
25. April eine "Corona-Rebellin" einem Journalisten in die
Kamera. Die Polizei "steht daneben und möchte
anschließend uns eine Belehrung über Presserecht geben".
Kommentar von doku ansbach: Das gepostete Video "steht
hierbei beispielhaft für sämtliche
Grenzüberschreitungen, welche nicht dokumentiert wurden".
Nürnberg: Fake-News unterwegs / In Nürnberg wurde kein
russischstämmiger Mann von Ukrainern erstochen (April
2022)
Wie correctiv.org (25.4.22) berichtete, kursiert in den
Sozialen Netzwerken folgende Falschnachricht: In der Nähe
von Nürnberg sei "ein Mann von Geflüchteten aus der
Ukraine niedergestochen worden, weil er Russisch sprach".
Den Behörden sei der Fall nicht bekannt. Fazit: Frei
erfunden!
correctiv.org ("Erfundener Mordfall: In Nürnberg wurde
kein russischstämmiger Mann von Ukrainern erstochen",
25.4.22): hier
klicken!
Erlangen: Illegale "Corona-Rebellen"-Schule - Eltern
kassierten Bußgelder (April 2022)
Wie nn.de (24.4.22) schrieb, müssen Eltern, die ihre
Kinder nicht in eine zugelassene Schule, sondern in die
illegale "Corona-Rebellen"-Schule in der Königsmühle in
Erlangen-Eltersdorf geschickt haben, Bußgelder bezahlen.
Mittlerweile sei auch bekannt, "wer die Kinder in der
Mühle unterrichtet hat".
Die Vorgeschichte: Ende November 2011 wurde
bekannt, dass in der Königsmühle in Erlangen-Eltersdorf
aus der Querdenkerszene heraus eine illegale "Schule"
betrieben wurde. In dem abgezäunten Privatgrundstück seien
während der Schulzeit Kinder im Schulalter gesichtet
worden. Die "Schule" soll sich an Inhalten von Ricardo
Leppe, einem "selbsternannten Lerncoach und
Zauberkünstler" aus Österreich, orientiert haben
(nordbayern.de, 24.11.21). Im Januar 2022 kam es dann zur
polizeilichen Räumung, dabei wurden fünfzehn
schulpflichtige Kinder angetroffen. Es existieren Bezüge
einiger Aktiver im Umfeld der "Schule" zur
Reichsbürgerszene. Eine der mutmaßlichen OrganisatorInnen,
Tierärztin Barbara D., wurde in einem Szenemedium
interviewt und äußerte neben dem üblichen "Querdenker"-
und Eso-Zeug auch klare Statements, die aus der Ecke der
Reichsbürger / Selbstverwalter kommen: Sie sei "Mensch"
und kein "Personal der Bundesrepublik Deutschland",
das hiesige Rechtssystem existiere nicht und so weiter
(wir berichteten mehrfach).
Erlangen: Verfassungsschutz hält Akte über Mord an
Shlomo Lewin und Frida Poeschke weiter unter Verschluss
(April 2022)
Laut Bild Investigativ (21.4.22, Twitter) hält das
Bundesamt für Verfassungsschutz die Akte über den Mord am
19. Dezember 1980 an dem Erlanger Verleger und Rabbiner
Shlomo Lewin und seiner Lebensgefährtin Frida Poeschke
weiter unter Verschluss. Bild hatte wie bereits vor
einigen Jahren auf Grundlage des Bundesarchivgesetzes und
auf Basis der Antwort der Bundesregierung auf eine kleine
Anfrage der Linkspartei (Drucksache 18/11602) geklagt.
Die Aufklärung der aus der neonazistischen Szene heraus
begangenen Mordtat ist unbefriedigend. Ein mutmaßlicher
Täter (Uwe Behrendt, Wehrsportgruppe Hoffmann) wurde
ermittelt; dieser kam ein Jahr später im Libanon unter
ungeklärten Umständen ums Leben. Dem Wehrsportgruppenchef
Karl-Heinz Hoffmann und dessen Lebensgefährtin konnte die
Tat nicht nachgewiesen werden. Weitere Infos: hier
klicken!
(23.4.22)
Hohenmirsberg (Pottenstein): Waffenfunde bei Peter W.,
der einer Gruppe angehörte, in der Sprengstoffanschläge
und die Entführung des Gesundheitsministers geplant
wurde / "Schusswaffen, Munition, Magazine, ein
sogenannter Totschläger und eine Handgranatenattrappe"
/ Peter W. ließ sich in der Vergangenheit auch von einem
Aktivisten aus der Holocaustleugner-Szene interviewen
- mehrfach aktualisiert - (April 2022)
Laut Nürnberger Nachrichten (23.4.22, Printausgabe) wurden
bei dem 53-jährigen, in dem Pottensteiner Gemeindeteil
Hohenmirsberg lebenden Peter W. bei der jüngst
durchgeführten Hausdurchsuchung diverse Waffen gefunden: "Schusswaffen,
Munition, Magazine, ein sogenannter Totschläger und eine
Handgranatenattrappe". Der ehemalige
Bundeswehrsoldat, der laut Ermittlungsbehörden als "Zeuge"
geführt werde, habe seine Wohnung in Oberfranken
mittlerweile verlassen. Peter W. sei Jäger und stamme
möglicherweise aus Thüringen. Im Internet habe er sich als
"ehemaliger Offizier und Einzelkämpfer"
präsentiert. Geld verdient habe er mit Kursen zur "Krisenvorsorge",
aber auch mit "Runenkunde" (wir berichteten). W.
war laut Lars Wienand (23.4.22, Twitter) im Juli 2021 Teil
der Instrumentalisierung der Fluthilfe im Ahrtal durch die
rechtsoffene Querdenkerszene. In der Vergangenheit war er
Gast bei diversen Medien, u.a. ZDF, BR und Nordbayerischer
Kurier, aber auch in einem Video von Nikolai Nerling,
einem Aktivisten aus der Holocaustleugner-Szene.
Die Vorgeschichte: Laut verschiedenen
Medienberichten wird gegen zwölf Personen im Alter
zwischen 41 und 55 Jahren aus der rechten Szene - in
diesem Fall wohl Reichsbürgerszene - ermittelt, die unter
anderem Sprengstoffanschläge auf Stromleitungen und die
Entführung des Bundesgesundheitsministers Lauterbach
inklusive "Ausschaltung" seiner Personenschützer
geplant haben sollen. Auch umfangreichere Waffenkäufe
waren vorgesehen. Es kam zu Hausdurchsuchungen in
verschiedenen Bundesländern, in Bayern in Hohenmirsberg
(Pottenstein), in München und in Bruckberg im Landkreis
Landshut. Insgesamt soll das Netzwerk, das sich unter
anderem über Telegram-Chatgruppen organisierte, aus
siebzig Personen bestanden haben.
(23.4.22, ergänzt 24. und 25.4.22)
Nürnberg: Klage gegen Rechtsanwalt Uli Schönweiß
zurückgezogen / Audio-Datei entlastete ihn / Anklage
gegen ihn war von Anfang an absurd (April 2022)
Die Klage gegen den Fürther Rechtsanwalt Uli Schönweiß
(wir berichteten mehrfach) hat sich wohl nun erledigt, wie
uns mitgeteilt wurde. Ende Januar war eine Audio-Datei
aufgetaucht, die zunächst von der Polizei ausgewertet
werden musste und die Uli wohl entlastet hat.
Unser Bündnis machte mit zahlreichen anderen
Organisationen (vgl. Artikel vom 27.1.22) die Anklage
gegen Uli öffentlich und protestierte heftigst dagegen.
Wir fragten uns: Soll ein die Ausländerbehörden
kritisierender Anwalt mürbe gemacht werden? Wir freuen
uns, dass die Angelegenheit nun vom Tisch ist.
Die Vorgeschichte: Uli Schönweiß hatte sich
anlässlich seines Besuches als Rechtsanwalt bei der ZAB
Nürnberg Beuthener Straße über die dortigen Zustände
erregt. In Deutschland dürfe es keine Lager wie dort, in
Zirndorf, Deggendorf oder Bamberg geben. Die Bewachung
durch private Firmen mache ihm Angst, da nur die Polizei
das Gewaltmonopol haben dürfe. Bei keiner
Justizvollzugsanstalt sei das so. Er forderte die privaten
Sicherheitskräfte auf, da nicht mitzumachen. Er hat an die
Verantwortung jedes Einzelnen appelliert und darauf
verwiesen, dass alle nur ihrem Gewissen unterworfen sind.
Ihm wurden Aussagen unterstellt, die er nicht gemacht hat
und ihm wurde daraus skandalöserweise eine bewusste
Verharmlosung des Holocaust unterstellt.
(21.4.22)
Nürnberg: Versuch von Querdenkern, in den Ostermarsch
einzusickern, gescheitert (April 2022)
Laut t-online.de (19.4.22) und eigenen Recherchen
versuchte ein Dutzend Querdenker, teilweise mit Fahnen, in
den Nürnberger Ostermarsch einzusickern. Dieser Versuch
misslang, sie wurden abgewiesen.
Bereits im Jahr 2015 gab es einen entsprechenden Versuch
aus dem rechtsesoterischen Lager. Am damaligen Ostermontag
wurden TeilnehmerInnen der Nürnberger "Montagsmahnwache"
aus dem Ostermarsch ausgeschlossen.
(20.4.22)
Schwabach: Praxis einer Ärztin aus dem
Querdenker-Milieu durchsucht (April 2022)
Wie nn.de und nordbayern.de (20.4.22) schrieben, wurde
bereits Ende März die Praxis einer Schwabacher Ärztin, die
Mitglied der Querdenker-Partei "Die Basis" ist,
polizeilich durchsucht. Die Doktorin und Homöopathin soll
diverse "unrichtige Gesundheitszeugnisse"
ausgestellt haben. Am Tag der Durchsuchung hätten sich 30
bis 40 QuerdenkerInnen, darunter Aktive der Partei "Die
Basis", vor der Praxis versammelt, um gegen die Maßnahme
zu protestieren. Sie hätten versucht, eine "Drohkulisse"
aufzubauen.
nordbayern.de ("Querdenker-Auflauf bei Praxisdurchsuchung:
Hat fränkische Ärztin Impf-Atteste gefälscht?", 20.4.22):
hier
klicken!
Bayreuth: CSU-Stadtrat vermietet Büroräume an die AfD
(April 2022)
Laut bayreuther-tagblatt.de (20.4.22) vermietet der
Bayreuther CSU-Stadtrat Christian Wedlich Büroräume an die
AfD. Dabei handelt es sich unter anderem um die
Räumlichkeiten des AfD-Kreisverbandes. Der CSUler plädiert
laut Artikel für "gemeinsame Kommunikation" mit
den Rechten.
bayreuther-tagblatt.de ("SPD wirft Stadtrat in Bayreuth
Geschäfte mit der AfD vor: 'moralisch höchst verwerflich'
– das sagt er dazu", 20.4.22): hier
klicken!
Pottenstein und anderswo: Schon wieder ist eine rechte
Terrortruppe aufgeflogen, diesmal eine mit ideologischen
Bezügen zur Querdenker- und zur Reichsbürgerszene / Der
oberfränkische Verdächtige: Der ehemalige Offizier und "Einzelkämpfer"
biete Kurse zur "Krisenvorsorge" und "Runenkunde"
an (April 2022)
- mehrfach aktualisiert -
Die Häufigkeit, mit der rechte Terrorgruppen auffliegen
und die bundesweite Beachtung dieser Gefahr stehen in
keinem Verhältnis. Der Hauptdrahtzieher einer bundesweit
vernetzten Gruppe, die Sprengstoffanschläge auf kritische
Infrastruktur (u.a. Stromleitungen) sowie umfangreichere
Waffenbeschaffungen plante und deren Mitglieder sich
bereits im Besitz von Waffen befanden, kommt laut br.de
(14.4.22) aus Bayern. In diesem Bundesland kam es zu
Durchsuchungen im oberfränkischen Pottenstein, in München
und in Bruckberg im Landkreis Landshut.
Peter W., der 53-jährige Verdächtige aus Oberfranken,
wohnt laut Nürnberger Nachrichten sowie nn.de (16.4.22) in
Hohenmirsberg, einem Gemeindeteil Pottensteins. Der seit
eineinhalb Jahren dort lebende Mann sei Jäger und stamme
möglicherweise aus Thüringen. Im Internet gebe er bekannt,
er sei "ehemaliger Offizier und Einzelkämpfer". Er
biete Kurse zur "Krisenvorsorge" an und
unterrichte "Runenkunde".
Ermittelt werde derzeit laut verschiedenen Medienberichten
(14.4.22) gegen zwölf Personen im Alter zwischen 41 und 55
Jahren. Insgesamt soll das Netzwerk aus siebzig Personen
bestehen. Neben den oben erwähnten Anschlägen hätten die
mutmaßlichen Rechtsterroristen auch die Entführung des
Bundesgesundheitsministers Lauterbach und die "Ausschaltung"
seiner Personenschützer geplant.
Bei einem der Hauptverdächtigen, einem 54-Jährigen aus dem
brandenburgischen Falkensee (Havelland), wurden laut
rbb24.de (15.4.22) unter anderem eine SS-Uniform sowie ein
AK-47-Sturmgewehr gefunden. Ziel der Gruppe sei eine
gewaltsam herbeigeführte Umwälzung der Gesellschaft und
die Einberufung einer 761-köpfigen "verfassunggebenden
Versammlung" in Berlin gewesen. 761 rechte
Aktivisten wahrscheinlich.
Mit der kürzlich aufgeflogenen mutmaßlich
rechtsterroristischen bewaffneten Preppergruppe im
Landkreis Neumarkt haben die aktuellen Ermittlungen laut
nordbayern.de (15.4.22) nichts zu tun. Dort wurden im März
mehrere Gebäude durchsucht und siebzig Schusswaffen sowie
mehrere zehntausend Schuss Munition sichergestellt. Die
dortige Gruppe hatte ebenfalls Anschläge auf Strommasten
geplant (wir berichteten).
nordbayern.de ("Geplante Lauterbach-Entführung:
Waffenlager gefunden - Haus in Franken durchsucht",
20.4.22): hier
klicken!, br.de ("Geplante Lauterbach-Entführung:
Waffenlager in Bayern gefunden", 19.4.22): hier
klicken!, rbb24.de ("Bestürzte Reaktionen nach
Ermittlungserfolg gegen rechte Gruppe", 15.4.22): hier
klicken!, nordbayern.de ("Razzien: Querdenker
planten Entführung von Lauterbach und mehrere Anschläge",
14.4.22): hier
klicken!, br.de ("Gruppe soll Anschläge und
Lauterbach-Entführung geplant haben", 14.4.22): hier
klicken!, br.de ("Bundesweite Anschlagspläne:
Hauptdrahtzieher offenbar aus Bayern", 14.4.22): hier
klicken!, swr.de ("Telegram-Chatgruppe plante
offenbar Anschläge und Entführung von Lauterbach",
14.4.22): hier
klicken!
Lichtenfels (Ofr.): Querdenker und Putin-Anhänger Hand
in Hand? (April 2022)
Laut obermain.de (14.2.22) versammelten sich am
vergangenen Sonntag auf Einladung der rechtsoffenen
Querdenkerszene (Verein "Miteinander Füreinander")
etwa zweihundert Menschen im oberfränkischen Lichtenfels.
Der auch hier zu beobachtende Schwund der
"Corona-Rebellen"-Szene wurde wohl vorübergehend durch
einen teilweisen Themenwechsel gestoppt.
So ging es neben den szeneüblichen Themen auch um die
Diskriminierung von Russlanddeutschen. Sichtbar waren
jedoch zahlreiche Russlandfahnen, was auf eine
nationalistische Tendenz hinweist. Einer Rednerin mit
deutsch-russischem Hintergrund sei nach allerlei unklarem
Geschwurbel folgender Satz herausgerutscht: "Ja, es
ist eine militärische Sonderoperation zur
Entmilitarisierung und Entnazifizierung der Ukraine".
Dies ist die offizielle - total verlogene - Begründung der
russischen Führung für den Angriffskrieg auf die Ukraine.
Zum Thema "Propaganda der 'Entnazifizierung'" sei
an dieser Stelle auf einen Artikel des antifaschistischen
Magazins "Der rechte Rand" verlinkt: hier
klicken!
obermain.de ("Russland-Freunde und Corona-Gegner auf dem
Marktplatz", 14.4.22): hier
klicken!
Schwarzenbruck, Nürnberg: Schuldspruch bleibt, aber
Geldstrafe für rechtspopulistisch tönenden Unternehmer
Peter Weber wurde gemildert (April 2022)
Wie nn.de (13.4.22) schrieb, blieb es bei dem Schuldspruch
für den rechtspopulistisch tönenden Schwarzenbrucker
Unternehmer Peter Weber wegen Beleidigung, allein die Höhe
der Geldstrafe wurde reduziert (von 120 auf 80 Tagessätze
à 200 Euro). Die Prozessserie ging durch mehrere
gerichtliche Instanzen und kann insgesamt als krachende
Niederlage Webers eingeordnet werden.
Die Vorgeschichte: Webers rechtsgerichtetes Medienportal
"Hallo Meinung" kommentierte in einem seiner Videos ein
Bild, auf dem die grüne Landtagsabgeordnete Tessa Ganserer
sowie Mitglieder der "Deutschen Gesellschaft für
Transidentität und Intersexualität e.V." zu sehen sind, in
herabwürdigender Manier (wir berichteten mehrfach, zuletzt
im Februar 2022).
(15.4.22)
Erlangen: Freisprüche für Erlanger Antifaschisten
(April 2022)
In Erlangen wurden laut nn.de (14.4.22) der SPD-Stadtrat
Munib Agha und der Linkspartei-Kreisvorsitzende Lukas
Eitel vom Vorwurf eines Verstoßes gegen das
Kunsturhebergesetz freigesprochen. Sie hatten einen
Strafbefehl erhalten (jeweils 1000 Euro) und legten
dagegen Einspruch ein (wir berichteten zuletzt im Februar
2022).
Beide sollen Ende 2020 einen indymedia-Link geteilt haben,
der sich mit der rechtskräftigen Verurteilung eines
Mannes, der in der rechten Szene verkehrte, wegen
Waffenbesitzes (hier
klicken! und hier
klicken!) beschäftigte und Fotos zeigte, die diesen
mit Waffen posierend darstellten. Ob das Urteil bereits
rechtskräftig ist, entzieht sich unserer Kenntnis.
(15.4.22)
Nürnberg, Ansbach, Bamberg: Sinkende
"Corona-Rebellen"-Inzidenz (April 2022)
Am Montag, den 11. April demonstrierten "Corona-Rebellen"
unter anderem in Nürnberg, Ansbach und Bamberg. Während
die Zahl der TeilnehmerInnen langsam, aber stetig sinkt,
werden wie seit zwei Jahren verschwörungsideologische und
NS-verharmlosende Inhalte toleriert. So wurde in Nürnberg
gegen "Corona-Faschismus" und "Corona-Diktatur"
gehetzt (leben diese Leute im Internet?). In Bamberg war
der III. Weg dabei, ein Banner warnte vor einer "Weltregierung
durch die Plandemietüre", ein Schild prangerte "achtundachtzig
Jahre Ermächtigungsgesetz" an.
In Ansbach zog sich laut doku ansbach (11.4.22, Twitter)
der bisherige Veranstalter zurück und es soll szeneintern
eine Debatte über die regelmäßige Teilnahme der NPD
stattfinden. Die Polizei stellte Personalien von Personen
fest, die am 7. März im Anschluss an eine einschlägige
Demo ohne Masken und "Freiheit" skandierend durch
ein Ansbacher Einkaufszentrum marschiert waren. Dabei geht
es unter anderem um Hausfriedensbruch.
Den Vogel abgeschossen haben zwei Männer in Ansbach, die
ein Transparent mit der Parole "Steuern senken"
trugen. Neoliberale und rechte Verschwörungsideologen Hand
in Hand?
(12.4.22)
Bayern: Rechte Gewaltdelikte - Erneute Schräglage der
polizeilichen Statistiken? / Rechte Gewalttaten erneut
unterschätzt? / Bayern wie immer "Spitze" (April 2022)
Die Antworten der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage
der Linkspartei zum Thema "Zuordnung von Straftaten aus
dem Spektrum der 'Corona-Proteste'" haben es in sich
(Bundestagsdrucksache 20/772 vom 17.2.22). In den
polizeilichen Statistiken findet sich im Bereich
"Politisch motivierte Kriminalität" eine Kategorie
"PMK-nicht zuzuordnen". Diese Restkategorie, die es wohl
in jeder Statistik gibt, ist spätestens mit Beginn der
Proteste der "Corona-Rebellen" keine Restkategorie mehr,
denn alleine 2020 wurden hier 17000 Straftaten
eingeordnet, 2021 dann 21000. Wenn man davon ausgeht, dass
ein relevanter Teil dieser Straftaten im Rahmen von
Aktionen der "Corona-Rebellen"-Szene oder aus Szenen
heraus, die staatlicherseits nicht als "rechts"
eingeordnet werden, begangen wurde, dann haben wir es mit
einer Art "Verstecken" von ideologisch rechts motivierten
Delikten zu tun. Das kommt uns bekannt vor: In den
vergangenen Jahrzehnten gab es ein bis heute nicht
beendetes Ringen um die offizielle Zahl rechter
Straftaten, zum Beispiel anhand der Zahl der von Rechten
begangenen Morde an Angehörigen von Minderheiten,
politischen GegnerInnen usw.
Interessant an den Antworten der Bundesregierung ist auch
Folgendes: Das Bundesland Bayern ist bei den Straftaten
der Kategorie "PMK-nicht zuzuordnen" "Spitze". Von den
21000 Straftaten des Jahres 2021 wurden über 4000 in
Bayern begangen (etwa 20 %). Das ist ein deutlich
überdurchschnittlicher Anteil, wenn man nach der
Bevölkerungszahl geht. Auch bei den verletzten Personen
(18,6 %), bei den Tatverdächtigen (21 %) und bei der Zahl
der Angriffe auf Amtsträger und / oder Mandatsträger (40
%) ist Bayern "Spitze".
(8.4.22)
Nürnberg / Berlin: Rechter Aktivist pöbelte Nürnberger
Grünen-Politikerin an und beleidigte sie (April)
Der rechte Medienaktivist Matthäus Westfal (auch bekannt
als "Aktivist Mann") pöbelte laut nordbayern.de
(8.4.22) vor dem Berliner Parlamentsgebäude die Nürnberger
Grünen-Politikerin und Bundestagsabgeordnete Tessa
Ganserer an und beleidigte sie transsexuellenfeindlich.
Tessa Ganserer war bereits in der Vergangenheit derartigen
Anfeindungen ausgesetzt und ging in diesem Zusammenhang
gerichtlich gegen den rechtspopulistisch tönenden
Unternehmer und Blogger Peter Weber aus Schwarzenbruck vor
(wir berichteten mehrfach).
nordbayern.de ("Rechter Aktivist beleidigt Nürnberger
Grünen-Politikerin Tessa Ganserer", 8.4.22): hier
klicken!
Nürnberg: Die rechtsoffenen "Corona-Rebellen" vom
"Team Menschenrechte" missbrauchten erneut den
"Nürnberger Kodex" und relativierten damit die
Verbrechen der Nazizeit (April 2020)
- aktualisiert -
Auf der letzten Montagsdemo der rechtsoffenen
"Corona-Rebellen" vom "Team Menschenrechte Nürnberg" wurde
erneut versucht, den "Nürnberger Kodex" zur Kritik an
Regierungsmaßnahmen zur Eindämmung der Pandemie inklusive
Impfkampagne zu missbrauchen. Auf der Demo wurde ein
Transparent mit dem Text "Nein zur Impflicht –
Nürnberger Kodex 1947" getragen. Vor dem Rathaus
hielt ein TM-Aktivist eine entsprechende Rede.
Der Nürnberger Kodex (hier
klicken!) war Teil der Urteilsverkündung im
Nürnberger Ärzteprozess. Er sollte den ethischen Rahmen
medizinischer Versuche an Menschen definieren. Eine
Gleichsetzung der Naziverbrechen mit den heutigen
Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie relativiert und
verharmlost die ersteren. Die "Corona-Rebellen" schließen
mit dieser inhaltlichen Ausrichtung an jahrzehntelange
Bemühungen der extrem rechten Szene an.
Update: Eine obskure "Aktionsgemeinschaft 75
Jahre Nürnberger Kodex" ruft dazu auf, am 20. August
weltweit auf die Straße zu gehen. Ob das auch in Nürnberg
der Fall sein wird, wissen wir noch nicht.
(7.4.22, ergänzt 10.4.22)
Nürnberg: "Basisbewegung wirtschaftsliberaler und
konservativer CSU-Mitglieder" verbreitete rechte
Propaganda und Hetze auf Facebook / Seite ist nun "nicht
mehr veröffentlicht" (März / April 2022)
Auf der Facebook-Seite des Konservativen Aufbruchs
Mittelfranken (KA) fanden sich in den letzten drei Monaten
zahlreiche Posts aus der rechten Ecke, darunter Auf1,
wochenblick.at, AfD, FPÖ, RT, neverforgetniki und sogar
die "Freien Sachsen". Außerdem warb man für die
rechtsoffenen "Corona-Rebellen" von "Team Menschenrechte
Nürnberg" und "Schüler stehen auf".
CSU-Mitglieder? Hallo CSU? Folgendes Statement passt doch
besser zur AfD oder zur NPD, oder? Zitat: "Refugee
Welcome Euphorie, Klima Apokalyptik, Corona Feldzug
gegen Ungeimpfte, Ukraine Berichterstattung round the
clock wechseln einander ab, getragen von einer 'basic
cancel culture' und einer 'woken' Welle und dem
allgegenwärtigen Kampf gegen Rechts, ergänzt zur Zeit
von einer Russophobie, die sich gegen normale
unschuldige Menschen richtet, um mit dem
selbstzugeschriebenen Tätervolk-Komplex besser
zurechtzukommen, sprich ihn mal kurzfristig zu
verdrängen ... um ihn danach umso intensiver auszuleben
und sich weiter in Schuldgefühlen zu suhlen" (Fehler
im Original).
Update: Laut Eigenangabe hat Facebook die oben
erwähnte KA-Seite auf "Nicht mehr veröffentlicht"
gesetzt. Ob dies bedeutet, dass sie dauerhaft verschwunden
ist, ist unklar.
(15.3.22, ergänzt 7.4.22)
Ansbach: Parole "Klimawahn": Vorbote der
inhaltlichen Neuorientierung der rechtsoffenen
"Corona-Rebellen"? / Demoteilnehmer griff Pressefotograf
an und verletzte diesen / Am Montag marschierte der
NPD-Generalsekretär mit (April 2022)
- mehrfach ergänzt -
Zwei Damen in gelben Overalls, geschmückt mit roten
Benzinkanistern, trugen am 2. April das Fronttransparent
der rechtsoffenen Ansbacher "Corona-Rebellen". Auf dem
Transparent wurde sich über die "erste Gaslieferung
aus Katar" lustig gemacht, auf den gelben Overalls
fanden sich die Parolen "Impfwahn - Klimawahn"
sowie "Deutschland wird Armutsland". Wird jetzt
der Klimawandel (in Kombination mit der Verharmlosung des
russischen Angriffskrieges in der Ukraine) das Leitthema
dieser Bewegung, nachdem Corona und Impfen schön langsam
ausgelutscht sind und nicht mehr die Massen mobilisieren?
Der Kampf gegen ökologisch-fortschrittliche Politik hat
jedenfalls eine lange Tradition in einem Teil der
rechtsgerichteten Bewegungen.
Zu sehen im Ansbacher Zug waren ansonsten unter anderem
ein AfD-Herzchen ("Gesund ohne Zwang") und zwei
ehemalige Aktive von Pegida Nürnberg. Und auch die
Reichsbürger freuten sich über ihren Bedeutungszuwachs
durch die nicht vorhandene Abgrenzung der
"Corona-Rebellen" nach rechts. In zwei Internet-Filmchen
dokumentierten Aktivisten der Gruppierung "staatenlos.info"
den Ansbacher Zug und raunten: "Wenn Deutschland
befreit ist, dann ist die Welt befreit".
Update 1: Laut Endstation Rechts Bayern (Twitter,
4.4.22) war in Ansbach auch wieder die NPD dabei: "NPDler
dieses Mal ohne Banner, dafür mit Megafon &
Thor-Steinar-Kleidung".
Update 2: Am 4. April war dann wieder das
NPD-Transparent als zweites Banner von vorne gesehen
dabei. Laut Endstation Rechts Bayern (5.4.22, Twitter)
befand sich unter den Demo-TeilnehmerInnen auch
NPD-Generalseketär Alexander Neidlein. Wie infranken.de
(5.4.22) und br.de (6.4.22) schrieben, schubste ein
51-jähriger "Corona-Rebell" einen 17-jährigen
Pressefotografen. Der Fotograf erstattete Anzeige.
(3.4.22, ergänzt 4.-6.4.22)
Gundelsheim (Ofr.): 38-Jähriger bedrohte LehrerInnen
und Zeugin / "Werden wir euch jagen, lünchen und
hängen" (April 2022)
Ein offenbar zu Gewalt neigender 38-Jähriger hatte an
einer Schulturnhalle im oberfränkischen Gundelsheim
Drohplakate angebracht (wir berichteten). Nun wurde er
gefasst.
Im Zusammenhang mit Hygienemaßnahmen hatte er das
Lehrpersonal massiv bedroht. Auszug: "Guten Morgen
Lehrer + Rektor, wegen den ständigen Misshandlungen
unserer Kinder, werden wir euch jagen, lünchen und
hängen" (Fehler im Original). Vor seiner Verhaftung
bedrohte der Mann außerdem eine Zeugin und beschädigte
deren Auto.
Tja, das sind unter anderem die Folgen der permanenten
Hetze aus der Szene der rechtsoffenen "Corona-Rebellen".
fraenkischertag.de ("Droh-Plakate an Schule: Verdächtiger
ermittelt", 4.4.22): hier
klicken!
Nürnberg: Geschichtsrelativierende Schmierereien aus
der "Corona-Rebellen"-Szene (April 2022)
Aktive aus der oder am Rande der rechtsoffenen
"Corona-Rebellen"-Szene können es offensichtlich nicht
lassen: In den letzten Tagen häuften sich größere
Schmierereien auf SPD-Kampagnen-Plakaten. Dabei wurden
wahlweise Kanzler Scholz oder die SPD als "Nazis"
beschimpft.
Das ist nicht nur inhaltlich falsch, sondern passt in ein
seit einigen Jahren zu beobachtendes Muster:
Rechtsradikale beschimpfen GegendemonstrantInnen gerne mal
als "Nazis". Damit möchte man zwei Fliegen mit
einer Klappe schlagen: Einerseits politische GegnerInnen
herabwürdigen und zweitens den Begriff "Nazi"
völlig sinnentleert verwenden und damit relativieren.
(4.4.22)
Nürnberg-Land und Karlsruhe: Urteil gegen
Rechtsterroristin Susanne G. rechtskräftig (April 2022)
Laut einer aktuellen Pressemitteilung des
Bundesgerichtshofs (1.4.22) ist das Urteil gegen die
Rechtsterroristin Susanne G. zu sechs Jahren Gefängnis "wegen
Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden
Gewalttat, Störung des öffentlichen Friedens durch
Androhung von Straftaten und weiterer Delikte"
nunmehr rechtskräftig. Die Revision von G. wurde
verworfen.
Ob Susanne G. wirklich eine Einzeltäterin war, wovon alle
Gerichtsinstanzen ausgingen?
Die Vorgeschichte: Die etwa 55 Jahre alte
Neonazistin Susanne G. schickte zunächst Briefe mit
Todesdrohungen an die türkisch-islamische Gemeinde in
Röthenbach, zwei Kommunalpolitiker und einen Verein, der
Geflüchtete unterstützt. Nachdem sie erwischt wurde,
tauchte sie ab und bereitete rechtsterroristische
Anschläge vor. Bei ihr wurde schließlich - sie wurde zum
Glück erneut gefasst - ein veritables Waffenarsenal
inklusive Material zum Bombenbau gefunden. Susanne G. war
zeitweise im Rahmen der Neonazipartei "Der III. Weg"
aktiv, beteiligte sich an deren Demonstrationen, fungierte
auch als Ordnerin. Zudem soll sie sich in der
neonazistischen Gefangenenhilfe engagiert haben und in
dieser Funktion in Kontakt mit den NSU-Unterstützern Ralf
Wohlleben und André E. gewesen sein (wir berichteten
mehrfach).
(1.4.22)
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