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Nürnberg-Ziegelstein: Mann mit Nazi-Tattoos mitten
unter den Kärwaboum / "Blood & Honour" und "White
Power" (Juli 2022)
- aktualisiert -
Wie uns mitgeteilt wurde, tummelte sich mitten unter den
Kärwaboum der diesjährigen Ziegelsteiner Kärwa ein Mann
mit eindeutigen Nazi-Tattoos: "Blood & Honour"
als Schriftzug und "White Power" als Symbol. Er
trug ein Shirt mit dem Aufdruck "Alt-Kärwaboum".
"Blood & Honour" ist eine seit dem Jahr 2000 in
Deutschland verbotene Nazivereinigung, die mutmaßlich zum
Umfeld des rechtsterroristischen NSU gehört(e). Derzeit
wird in München wegen mutmaßlicher Fortführung von "Blood
& Honour" prozessiert. Um es vorsichtig
auszudrücken: Der Staat geht sehr nachsichtig mit diesen
Leuten um.
Die "White Power"-Faust entstammt ebenfalls der
militanten Nazi-Szene.
(29.7.22, aktualisiert 30.7.22)
Bayreuth: Rechte Mobilisierungen in der Wagner-Stadt
(Juli 2022)
In der letzten Woche fanden zwei rechtsgerichtete
Mobilisierungen in Bayreuth statt. Die erste als Aktion
des Hallenser Rechtsaktivisten Sven Liebich mit Anhang,
die als "Merkeljugend" auftraten. Genutzt werden
sollte wohl die Medienöffentlichkeit der
Wagner-Festspiele. bayreuther-tagblatt.de (27.7.22) sprach
mit einem Demonstranten und erhielt die Auskunft, es habe
sich um einen satirischen Verweis auf die Hitlerjugend
gehandelt, da "Merkel 'uns genauso betrogen' habe wie
Hitler. Merkel war 16 Jahre Kanzlerin und jetzt hätten
wir ihretwegen den Ukraine-Krieg. Auch die Flüchtlinge
in 2015 seien ausschließlich 'Wirtschaftsflüchtlinge'
gewesen". Verharmlosung der Nazizeit, rassistisches
Gedöns, Pro Putin, alles klar.
Die zweite Mobilisierung erfolgte gegen einen öffentlichen
Auftritt von Robert Habeck in der Wagnerstadt, diesmal
durch die Querdenkerszene. Da inszenierte man sich als
Friedenskraft und forderte geschichtsrevisionistisch "Nürnberger
Prozesse 2.0". Der völkische Sumpf meldete sich mit
der Parole "Wer hat Sie dazu legitimiert, die
Deutschen zu vernichten?" (Quelle: Endstation Rechts
Bayern, 28.7.22, Twitter)
(29.7.22)
Bayern: Konflikte im NSU-Untersuchungsausschuss /
Akten von Susann E. geschreddert? (Juli 2020)
Dass die bayerische Regierungspartei CSU anlässlich der
neuesten Schredderaffäre in Sachen NSU (hier
klicken!) mauert, erstaunt wenig. Der Streit über
den Umgang mit relevanten Ermittlungsakten ist jedenfalls
auch im zweiten bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss
angekommen und wird vielleicht noch vor Gericht
ausgefochten werden.
Brisant wird die Sache dann, wenn man weiß, dass auch die
Informationen über Susann E. gelöscht wurden, deren Rolle
beim ersten Bombenanschlag des NSU in Nürnberg (Kneipe in
der Scheurlstraße, verletztes Opfer Mehmet O.) immer noch
ungeklärt ist. Frau E. ist die Ehefrau des im NSU-Prozess
verurteilten André E (wir folgen hier den Informationen in
den Nürnberger Nachrichten, 28.7.22, Printausgabe).
Nürnberg: Nachträge zu einer schweren rassistischen
Gewalttat im Jahr 2019 / Bewusst unter dem Deckel
gehalten? (Juni/Juli 2022)
- aktualisiert -
In den polizeilichen Statistiken fand sich eine rechte
Gewalttat in Nürnberg, zu der uns zunächst nur
unzureichende Informationen vorlagen: Tatzeitpunkt 7.
Januar 2019, Mordversuch, ein Verdächtiger, ein Opfer.
Quelle für diese Information waren mehrere Antworten der
Bundesregierung auf Anfragen von Abgeordneten der
Linkspartei.
Nun liegen uns weitere Informationen vor: Am 7. Januar
2019 griff ein 23-jähriger Deutscher in einer Nürnberger
Obdachlosenunterkunft einen 38-jährigen Iraner mit einem
Küchenmesser an und stach ihn in den Hals. Zuvor hatte
sich der Täter rassistisch geäußert und angekündigt, einen
"Araber abstechen" zu wollen. Das Opfer wurde im
Krankenhaus behandelt; Lebensgefahr habe angeblich nicht
bestanden. Gegen den Täter wurde wegen versuchten Mordes
ermittelt. Verurteilt wurde er vor dem Landgericht
Nürnberg-Fürth wegen gefährlicher Körperverletzung zu
viereinhalb Jahren. Das Urteil ist rechtskräftig.
Wir finden es fragwürdig und exemplarisch, dass eine
derart massive, rassistisch motivierte Gewalttat
weitgehend unter dem Deckel gehalten wurde. Kein
Zeitungsartikel (soweit uns bekannt), keine
Pressemitteilung der Polizei (soweit uns bekannt). Wir
bedanken uns bei MdL Verena Osgyan für die Anfrage im
Landtagsplenum.
Update: Laut Nürnberger Nachrichten (28.7.22,
Printausgabe) habe das Gericht, das den oben beschriebenen
Gewalttäter verurteilt habe, Rassismus als Motiv nicht
nachweisen können. Dies ist angesichts der bekannt
gewordenen rassistischen Äußerung des Täters fragwürdig,
egal wieviel Promille und Vorstrafen der Mann vorweisen
konnte.
(5.6.22, ergänzt 28.7.22)
Nürnberg: Hakenkreuz an der Kongresshalle (Juli 2022)
Wie nordbayern.de (26.7.22) schrieb, beschmierten
Unbekannte die Nürnberger Kongresshalle mit einem
Hakenkreuz und "politischen Parolen". Weitere "politische
Schmierereien" seien auf einem
Bundeswehr-Bürogebäude in der Allersberger Straße
angebracht worden. Näheres ist nicht bekannt.
nordbayern.de ("Unbekannte beschmieren Kongresshalle mit
Hakenkreuzen", 26.7.22): hier
klicken!
Coburg: Teilnehmer der Christopher-Street-Day-Demo
niedergeschlagen (Juli 2022)
Laut nordbayern.de (25.7.22) wurde ein 24-jähriger
Teilnehmer der Christopher-Street-Day-Demo in Coburg auf
dem Heimweg niedergeschlagen. Der Mann wurde durch mehrere
Jugendliche angegriffen und wurde zum Glück nur leicht
verletzt.
nordbayern.de ("Angriff nach Christopher Street Day in
Coburg: Teilnehmer auf Heimweg niedergeschlagen",
25.7.22): hier
klicken!
Bayreuth: Rassistische Gewaltattacke auf
Stadtratsmitglied / Opfer kritisiert Ermittler /
Rassistischer Schläger in U-Haft (Juli 2022)
- mehrfach aktualisiert -
Der Bayreuther Stadtrat Halil Tasdelen wurde am 8. Juli
vor seinem Haus von einem extrem Rechten angegriffen. Der
Täter beschimpfte Tasdelen auf rassistische Weise mit den
Worten "scheiss Kanake, scheiß Türke", versetzte
dem Opfer einen Kopfstoß und floh danach. Tasdelen erlitt
einen doppelten Nasenbeinbruch.
Update 1: Laut verschiedenen Medienberichten
(9.7.22) wurde mittlerweile ein 35-jähriger
Tatverdächtiger aus Bayreuth festgenommen. Dessen
39-jährige Begleiterin soll den Stadtrat ebenfalls
rassistisch beleidigt haben.
Update 2: Wie die Nürnberger Nachrichten (11.7.22,
Printausgabe) berichteten, kritisierte das Opfer auch die
Polizei. "Als er nach seiner Behandlung zusammen mit
seinem Arzt den ausländerfeindlichen Schläger nahe beim
Tatort noch einmal gesehen hatte, habe er sofort die
Polizei angerufen. Die allerdings habe nicht kommen
können und ihn aufgefordert, selbst Fotos zu schießen".
Am 11. Juli wurde auch bekannt, dass Halil Tasdelen Emails
erhalten hat, in denen er mit den Worten "Türkenschwein
verpiss dich" beschimpft wird.
Update 3: Laut nordbayern.de (23.7.22) befindet
sich der rassistische Schläger nun in U-Haft.
nordbayern.de ("Nach rassistischem Angriff auf Bayreuther
Stadtratsmitglied: Verdächtiger in U-Haft", 23.7.22): hier
klicken!, nordbayern.de ("'Scheiß Türke': Bayreuther
Stadtrat wird vor seinem Haus brutal angegriffen",
9.7.22): hier
klicken!, sueddeutsche.de ("Lokalpolitiker
rassistisch beleidigt und angegriffen", 9.7.22): hier
klicken!
Wieseth (Lkr. Ansbach): Hakenkreuzschmiererei auf
Ortsschild (Juli 2022)
Wie infranken.de (20.7.22) schrieb, wurde das Ortsschild
des Wiesether Gemeindeteils Zirndorf (Lkr. Ansbach) mit
einem Hakenkreuz sowie "weiteren verfassungswidrigen
Symbolen" beschmiert.
infranken.de ("Polizeibericht Feuchtwangen: Ortsschild mit
Hakenkreuz beschmiert - Zeugen gesucht", 20.7.22): hier
klicken!
Ansbach: Männer grölten rechte Parolen (Juli 2022)
Laut infranken.de (19.7.22) wurden aus einer Gruppe von
mehreren Männern in Ansbach "diverse rechte Parolen,
möglicherweise mit strafbarem Inhalt" gegrölt. Die
Männer nutzten ein Megafon.
infranken.de ("Polizeibericht Ansbach: Personengruppe
grölte mutmaßlich rechte Parolen in Ansbach - Zeugen
gesucht", 19.7.22): hier
klicken!
Nürnberg / Bamberg, 11. und 18. Juli: Rechtsoffene
Querdenker auf der Suche nach neuen Themen? (Juli 2022)
- aktualisiert -
Die derzeitig in Nürnberg und Umgebung dominante
Querdenker-Organisation "Team Menschenrechte" ist
offensichtlich auf der Suche nach neuen Themen. Neben den
branchenüblichen Slogans gegen Impfen und Masken waren am
18. Juli mehrere Transparente zu sehen, deren Parolen für
ein pazifistisches Image sorgen sollen (z.B. "Peace -
Wer Frieden will, liefert keine Waffen" oder "Unwirksame
Sanktionen beenden"). Verbunden wurde dies mit
pseudosozialen und relativ inhaltsleeren Sprüchen (z.B. "Preisexplosion
stoppen"). Zum rechtsoffenen und
russlandfreundlichen Mischmasch passte eine Tafel, die
möglicherweise aus der NPD-Ecke kommt ("Ja zur Heimat!
- Nein zu Nato + EU") und die bereits in Ansbach zu
sehen war. Und ja, der Peter Meidl war auch wieder dabei
(s. Bericht 7.7.22)
Letzten Montag in Bamberg (11.7.22) bediente die
"Freiheitsbewegung Stay Awake" ebenfalls einige Themen
jenseits von Impfen und Maske. Neben klassischen
Verschwörungsparolen ("Stoppt den Great Reset")
ging es unter anderem um die Angst vor der Abschaffung von
Bargeld und einen Bezug auf die derzeitigen
Bauernproteste. In Bezug auf den Ukraine-Krieg nahm ein
Teilnehmer klar Stellung ("Stoppt Selenskyi"); ein
Mann mit einem rechten Szene-Shirt ("Isegrim") war
zu sehen.
(18.7.22)
Erlangen: 52-Jähriger beleidigte und bedrohte
20-jährigen Studenten / "Schwuler Kanake - wenn er
so weiterspricht, werde ich ihn töten" (Juli 2022)
Laut nordbayern.de (15.7.22) beleidigte und bedrohte ein
52-Jähriger einen 20-jährigen Studenten unter anderem mit
folgenden Worten: "Schwuler Kanake - wenn er so
weiterspricht, werde ich ihn töten". Der Vorfall
spielte sich in einem Zug auf der Höhe von Erlangen statt
und wäre vermutlich nicht so rasch an die Öffentlichkeit
gelangt, wenn sich das Opfer nicht offensiv an die
Mitfahrenden gewandt hätte. Zudem befanden sich im Zug ein
Reporter und ein Polizist.
nordbayern.de ("Rassistische Attacke in der Bahn: Mann
droht Erlanger Studenten mit dem Tod", 15.7.22): hier
klicken!
Ansbach: Plakat mit militantem Antisemitismus mitten
in der Stadt / Ansbacherin bedroht (Juli 2022)
Wie doku Ansbach (15.7.22, Twitter) berichtete, wurde ein
radikal antisemitisches Plakat am Geländer der
Brücken-Center-Brücke entdeckt. Darauf wurden klassische,
mörderische antisemitische Propaganda verbreitet ("Rotschild!
Vaterlandsverräter, Volksschädling, Protestantenhasser,
hat bisher 600.000 Deutsche ermordet" usw., Fehler
im Original) und eine Ansbacherin namentlich bedroht. Das
Plakat wurde natürlich entfernt.
Frankfurt a.M. und anderswo: Rechter
Bundeswehroffizier Franco A. als Terrorist verurteilt /
Bezüge auch zu unserer Region (Juli 2022)
- aktualisiert -
Laut taz.de (15.7.22) und weiteren Medienberichten wurde
der rechte Bundeswehroffizier Franco A. zu fünfeinhalb
Jahren Gefängnis verurteilt. Er habe unter anderem die
Tötung von Menschen geplant und gegen Waffengesetze
verstoßen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Kritische BeobachterInnen vermissten die Klärung des
Waffenbesitzes und der Einbindung des Verurteilten in
extrem rechte Netzwerke. Franco A. hatte auch Bezüge zu
unserer Region, siehe "Die Vorgeschichte" (wir berichteten
mehrfach).
Die Vorgeschichte: Der ehemalige Elitesoldat Franco
A. soll sich als Asylbewerber ausgegeben und in dieser
Rolle Attentate auf PolitikerInnen, antirassistische und
linke AktivistInnen geplant haben. Die Gewalttaten sollten
im Sinne einer False-Flag-Aktion gleichzeitig MigrantInnen
und Linke belasten, gar bürgerkriegsähnliche Szenarien
provozieren. Der Mann flog erst auf, als er in Wien Anfang
2017 eine versteckte Pistole abholen wollte.
Franco A. soll laut Medienberichten in extrem rechte
Netzwerke in Bayern, bestehend aus Soldaten und
Polizisten, eingebunden gewesen sein. Die Anklage warf ihm
unter anderem vor, Waffen und Munition aus Beständen der
Bundeswehr gestohlen und illegal mehrere Waffen besessen
zu haben. Bei Durchsuchungen wurden unter anderem eine
Ausgabe von Hitlers "Mein Kampf" und
Rechtsrock-CDs gefunden. A. war unter anderem über eine
Chatgruppe vernetzt, in der es auch um "Safe Houses", also
geheime Treffpunkte und Waffenlager, gegangen sei. Eines
dieser Objekte soll im mittelfränkischen Neustadt/Aisch
gewesen sein.
Im Juli 2016 besuchte Franco A. laut nd-aktuell.de
(25.11.21) einen befreundeten Waffenhändler im bayrischen
Vohenstrauß und führte bei ihm Schießübungen durch. Der
Mann gehörte wie A. rechten Militärnetzwerken an, darunter
"Uniter". Kurze Zeit später besorgte sich der Angeklagte
bei einem anderen bayerischen Waffenhändler Ersatzteile
für seine illegalen Waffen. In einschlägigen
Telegram-Chats erklärte, so das Gericht, ein "Matze"
aus Nürnberg, dass "ausreichend Waffen und Munition
vorhanden". Klingt alles wie NSU 2.0.
taz.de ("Franco A. als Terrorist verurteilt", 15.7.22): hier
klicken!, br.de ("Franco A. - Urteil gegen
mutmaßlichen Rechtsterroristen erwartet", 15.7.22): hier
klicken!, nd-aktuell.de ("Krauses Weltbild, viele
offene Fragen", 14.7.22): hier
klicken!, nd-aktuell.de ("Rechte militärische
Netzwerke – im Prozess kein Thema", 14.7.22): hier
klicken!
Lauf: "Hitler" und Nazisymbole auf Grünen-Büro
gesprüht (Juki 2022)
Wie nn.de (11.7.22) schrieb, wurden auf die Fassade des
Laufer Grünen-Büros der Schriftzug "Hitler" sowie
"zwei Symbole, die Hakenkreuzen ähneln" gesprüht.
Nürnberg: Kongresshallen-Mieter pöbelte mit
Deutschlandfahne gegen Performance / Ein Künstler: "Die
Stadt sollte etwas gegen diesen 'Patrioten'
unternehmen" (Juli 2022)
Laut Nürnberger Nachrichten (11.7.22, Printausgabe) störte
ein Mieter der Kongresshallen-Räume mehrfach eine
international besetzte Performance, die dort im Rahmen des
Festivals "Musik Installationen" stattfand. Von seinem
Balkon aus schrie der Mann in Richtung einer queeren
Performerin: "Dir kann geholfen werden". Zu einem
anderen Zeitpunkt habe er provokativ eine Deutschlandfahne
präsentiert. Ein Künstler schrieb auf Facebook: "Die
Stadt sollte etwas gegen diesen 'Patrioten' unternehmen".
Rechte Mieter in dem ehemaligen Nazi-Kabuff? Wie immer
fassungslos: Nürnberger Bündnis Nazistopp.
Donndorf (Lkr. Bayreuth): Hakenkreuz und SS-Runen
(Juli 2022)
laut br.de (10.7.22) ritzten Unbekannte im oberfränkischen
Donndorf (Gemeine Eckersdorf, Lkr. Bayreuth) ein
Hakenkreuz und SS-Runen in zwei geparkte Autos. Ein
weiteres Auto wurde massiv beschädigt.
br.de ("Kreis Bayreuth: Autos beschädigt und Hakenkreuze
eingeritzt", 10.7.22): hier
klicken!
Hersbruck: Beschädigung von Kunstobjekten mit Bezug
auf das KZ-Gedenken vor Ort (Juli 2022)
Wie n-land.de (6.7.22) schrieb, wurden in Hersbruck drei
Objekte eines Kunstwettbewerbs mit Bezug auf das
KZ-Gedenken vor Ort beschädigt. Die OrganisatorInnen des
Wettbewerbs schließen eine politische, also
rechtsgerichtete Motivation für die Taten nicht aus.
n-land.de ("KZ-Gedenken: Was steckt hinter der Zerstörung
von Kunstobjekten in Hersbruck?", 6.7.22): hier
klicken!
Nürnberg, Bamberg, Erlangen, 4. und 5. Juli:
Rechtsoffene Querdenker wie gehabt /
Verschwörungsquatsch und extrem rechter Support (Juli
2022)
Die Möchtegern-Gesellschaftskritiker von der
"Querdenker"-Front spazieren nach wie vor regelmäßig auf
unseren Straßen. Die zuletzt stagnierenden
Teilnehmerzahlen (zum Beispiel Nürnberg ca. 400, Bamberg
ca. 300) können zwar einerseits als Mobilisierungsgrenzen
dieser rechtoffenen Bewegung gesehen werden, weisen aber
auch darauf hin, dass da ein harter Bewegungskern
entstanden ist, der keine Probleme hat, sich von extrem
Rechten supporten zu lassen: In Erlangen war ein
Auf1-Transparent zeitweise an der Spitze zu sehen, in
Bamberg durfte ein Reichsbürger seinen Sermon zum Besten
geben und in Nürnberg war wieder einmal Peter Meidl dabei.
Meidl inszeniert sich seit Neuestem im Internet als "Korrespondent
und Kameramann" der Querdenker-Szene, ist aber auf
Facebook nach wie vor mit NPD-Werbung, Reichsflaggen und
extrem rechten Parolen ("Deutschland braucht deutsche
Kinder") unterwegs. In Nürnberg fiel er schon vor
vielen Jahren durch die Teilnahme an extrem rechten Demos
auf.
(7.7.22)
Nürnberg, 2. Juli: 100 gegen rassistische Hetze vor
der Lorenzkirche / Dankeschön! (Juli 2022)
Am 2. Juli am frühen Nachmittag kamen gut 100 Leute vor
die Lorenzkirche, um mit uns gegen den Hassprediger
Michael Stürzenberger zu protestieren, der sich gerne als
Aufklärer skizziert, dabei seit vielen Jahren in der
rechten Szene verankert ist und es als seine Aufgabe
sieht, undifferenziert gegen "den Islam" zu hetzen.

Nürnberg, 2. Juli 2022: Protest gegen rassistische
Kundgebung vor der Lorenzkirche, links Rednerin Ute
Rüppel-Leverrier von der VVN-BdA. Auf dem rechten Bild
ist ein Transparent zu sehen, das die für die
Lorenzkirche Zuständigen angebracht haben (Fotos:
Nürnberger Bündnis Nazistopp)
Viele Leute folgten Stürzenbergers rassistischen Tiraden
nicht. Unter den ein bis zwei Dutzend Fans derartiger
Propaganda war auch der Nürnberger AfD-Stadtrat Willibald
Schlesinger zu sehen.
Wir bedanken uns herzlichst bei den Aktiven und bei allen,
die an diesem Tag präsent waren.
(2.7.22)
Nürnberg: Hakenkreuz vor Geflüchtetenunterkunft (Juli
2022)
Wie uns mitgeteilt wurde, wurde am Hasenbucker
Gemeindehaus in der Ingolstädter Straße ein Hakenkreuz
gesprüht. In dem Gebäude sind derzeit Geflüchtete aus der
Ukraine untergebracht und nebenan befindet sich das
Quartiersbüro. Es steht zu vermuten, dass das derzeitige
Engagement im Hasenbuck gegen Nazistammtische einigen
nicht gefällt oder die Unterbringung von Geflüchteten in
dem Stadtteil.
(2.7.22)
Nürnberg, 2. Juli, 12.30 Uhr, Lorenzkirche: Kein Platz
für Stürzenberger und Co.! Protestieren wir gegen
rassistische Hetze! (Juni / Juli 2022)
- mehrfach aktualisiert -
Nach langer Pause kommt der Anti-Islam-Hetzer Michael
Stürzenberger wieder nach Nürnberg. Am Samstag, den 2.
Juli will er von 12 bis 17 Uhr vor der Lorenzkirche seine
rassistischen Hetzreden absondern. Begleitet wird der
ehemalige Pegida-Aktivist und Autor des extrem rechten
Internetportals PI-News diesmal von Irfan Peci, einem
ehemaligen al-Quaida-Propagandisten, der zeitweise als
V-Mann für den Verfassungsschutz arbeitete und
offensichtlich nun für die rechte Szene aktiv ist: Als
Veranstalter fungiert die extrem rechte Organisation "Bürgerbewegung
Pax Europa".
Michael Stürzenberger trat in Nürnberg unter anderem
häufig als Redner des lokalen Pegida-Ablegers auf. Dort
begrüßte er zum Beispiel Wahlerfolge europäischer
Rechtsaußenparteien, prophezeite apokalyptische Szenarien
für Deutschland ("wo auf der Straße die Mädchen Angst
haben müssen, von wilden Mohammedaner-Horden
vergewaltigt zu werden"), warnte vor dem "scheinbar
friedlichen Kebab-Verkäufer", wenn "die Maske"
falle und drohte mit dem "deutschen Zorn", wenn
sich nichts in seinem Sinne ändere. Der selbst ernannte "Islamistenjäger"
Irfan Peci scheint aus ähnlichem Holz geschnitzt zu sein.
Auf seinem Telegram-Kanal postet er AfD-Hetze und
bezeichnet die Bundesrepublik als "Linksstaat", in
dem "alle verdächtigen Patrioten innerhalb der
Behörden abgesägt" werden würden. Schießereien
gehörten laut Peci "aufgrund der muslimischen
Migranten" zum deutschen Alltag.
Gründe genug für den Gegenprotest? Wir meinen ja!
Kommt zur Protestkundgebung des Nürnberger Bündnis
Nazistopp: Samstag, 2. Juli 2022, 12.30 Uhr bis 13.30
Uhr, Lorenzkirche. Genauer Ort unserer Kundgebung:
Zwischen Wetterhäuschen und Müller-Markt. Redner/Innen
und Unterstützung außerhalb unseres Bündniskreises
durch: Fürther Bündnis gegen Rechts, PAHN Politischer
Arbeitskreis der Helferkreise in Nürnberg, AAB Nürnberg
Flyer: hier
klicken!
Facebook: hier
klicken!
(Stand 1.7.22)
nordbayern.de ("Nürnberg: Umstrittener Rechtspopulist
tritt wieder an der Lorenzkirche auf", 1.7.22): hier
klicken!
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