 |
Oktober
- Dezember 2025

September
2025

August 2025

Juli 2025

Juni 2025

Mai 2025

April 2025

März 2025

Februar
2025

Januar 2025

Dezember
2024

November
2024

Oktober
2024

September
2024

August 2024

Juli 2024

Juni 2024

Mai 2024

April 2024

März 2024

Februar
2024

Januar 2024

Dezember
2023

November
2023

Oktober
2023

September
2023

August 2023

Juli 2023

Juni 2023

Mai
2023

April 2023

März 2023

Februar
2023

Januar 2023

Dezember
2022

November
2022

Oktober
2022

September
2022

August 2022

Juli 2022

Juni 2022

Mai 2022

April 2022

März 2022

Februar
2022

Januar 2022
 |
|
| Druckversion |
Ermreuth: Zweieinhalb Jahre Haft nach Anschlag auf
Synagoge / "Die Juden wegsprengen" (Mai 2023)
- ergänzt -
Wie verschiedene Medien (26. und 27.5.23) schrieben, wurde
ein 22-Jähriger wegen eines versuchten Brandanschlags auf
die Ermreuther Synagoge in der Silvesternach 2022 zu
zweieinhalb Jahren Haft verurteilt. Vor Gericht wurde dem
aus einem Nachbarort stammenden Mann eine seit Jahren
bestehende extrem rechte und antisemitische Grundhaltung
attestiert. Auf einer Silvesterfeier sei die Rede von "Scheißjuden"
gewesen, die müsse man "wegsprengen". Eine von da
aus abgefeuerte Silvesterrakete in Richtung Synagoge sei
am Dach abgeprallt. Ganz ohne rechtes Umfeld scheint der
Mann nicht gehandelt zu haben. In einem Online-Artikel ist
die Rede vom "rechten Freundekreis" und "rechtsextremen
Medien". Da wüsste man gerne Genaueres.
Die Vorgeschichte: Der Täter schlug in der
Silvesternacht eine Scheibe der Synagoge ein und
versuchte, ein größeres Bodenfeuerwerk anzuzünden und in
die Synagoge zu schleudern. Das gelang ihm zum Glück
nicht. Aufsehen erregte ein Polizeisprecher, der bestritt,
dass es in der Region keine "Probleme mit Judenhass"
gebe bzw. gegeben habe und der nach heftiger Kritik von
einem Missverständnis sprach. In der gegenwärtigen Debatte
keine Rolle spielt eine Zeitungsmeldung vom 11. Januar
(nn.de), wonach in der Silvesternacht eine Gruppe
Jugendlicher durch den Ort gezogen sei, "Heil Hitler"
und weitere "rechtsextreme Sprüche" skandierend.
Zudem präsentiere gegenüber der Synagoge ein mutmaßlicher
Reichsbürger seine Gesinnung: Es gebe keinen deutschen
Staat, Ämter und Behörden seien Firmen und so weiter. Also
typische Reichsbürgerpropaganda.
infranken.de ("Versuchter Brandanschlag auf Synagoge:
Angeklagter erhält Haftstrafe - 'deutliches Zeichen
setzen'", 26.5.23): hier
klicken!, br.de ("2,5 Jahre Haft für
Brandanschlags-Versuch auf Synagoge Ermreuth", 26.5.23): hier
klicken!
Nürnberg / Heilsbronn: 52-Jähriger zeigte Hitlergruß
und grölte Nazi-Parolen (Mai 2023)
Laut nordbayern.de (21.5.23) zeigte ein 52-Jähriger Mann
in Nürnberg den Hitlergruß, grölte "rechte Parolen"
und pöbelte PassantInnen an. Bereits am Vortag hatte er in
Heilsbronn (Lkr. Ansbach) ähnlich agiert.
nordbayern.de ("Nazi-Parolen gebrüllt: Mann in Nürnberg
festgenommen", 21.5.23): hier
klicken!
Erlangen: Neonazi-Attacke auf antifaschistische
Veranstaltung (Mai 2023)
Wie nn.de (17.5.23) schrieb, attackierten Neonazis eine
Veranstaltung, die in den Räumlichkeiten der Erlanger
Stadtbibliothek stattfinden sollte. Die eingeladene
Referentin wollte zum Thema Uni + extrem Rechte
referieren. Angeblich konnte man die rechten Störer nicht
des Saales verweisen und sagte dann den Vortrag "aus
Sicherheitsgründen" ab. Die Veranstaltung soll
nachgeholt werden.
(19.5.23)
nordbayern.de ("Neonazis dringen in Veranstaltung in
Erlangen ein - und fotografieren Referentin", 21.5.23): hier
klicken!
Greding: Protest gegen AfD-Landesparteitag fand statt
(Mai 2023)
Laut nordbayern.de (15.5.23) protestierten am vergangenen
Wochenende etwa fünfzig Menschen im mittelfränkischen
Greding gegen den Landesparteitag der extrem rechten AfD.
In Greding befindet sich das "Hauptquartier" der
bayerischen AfD; in dem in privater Hand befindlichen,
abseits gelegenen "Hippodrom" fanden und finden zahlreiche
größere Veranstaltungen der Partei statt.
Das beim Landesparteitag gekürte Spitzenduo
(Ebner-Steiner, Böhm) steht für die stramm
völkisch-nationalistische Ausrichtung der Parteimehrheit.
nordbayern.de ("Widerstand in Greding: Demonstration gegen
AfD-Parteitag mit scharfen Slogans", 15.5.23): hier
klicken!
Nürnberg, 10. Mai: Gegenkundgebung gegen
Gegenkundgebung / Rechtsoffenes "Team Menschenrechte"
hat Probleme mit Kundgebung gegen Ganser-Veranstaltung
vor der städtischen Meistersingerhalle und protestiert
nun selbst (Mai 2023)
- aktualisiert -
Die meisten LeserInnen werden nach Lektüre der obigen
Überschrift leicht verwirrt sein. Offensichtlich ging es
auch einigen AnhängerInnen des rechtsoffenen "Team
Menschenrechte Nürnberg" (TM) so. Weil die den Aufruf von
TM zum Protest "gegen Fake-News und Diffamierung"
offensichtlich als Aufruf zum Protest gegen den in
verschwörungsideologischen Kreisen populären Daniele
Ganser verstanden haben, der am 10. Mai in der städtischen
Meistersingerhalle auftritt, wurde nachgebessert: Man
protestiere gegen die Gegenkundgebung der Allianz gegen
Rechtsextremismus und nicht gegen Ganser.
Zur Info: Die Gegenkundgebung der Allianz findet am
Mittwoch, den 10. Mai ab 19.15 Uhr in der Parkbucht vor
der Meistersingerhalle statt. TM will laut Telegram ab
18.30 Uhr protestieren, ebenfalls vor der
Meistersingerhalle.
Update 1: Die TM-"Gegendemo" wird auch von der NPD
beworben.
Update 2: Sowohl die Gegendemo der Allianz als auch
die Gegengegendemo von TM waren schwach besucht, während
in der städtischen Halle 2000 Fans ihrem Guru Ganser
lauschten.
(9.5.23, ergänzt 10.5.23)
nordbayern.de ("Daniele Ganser in Nürnberg: Protest vor
und Beifall in der ausverkauften Meistersingerhalle",
10.5.23): hier
klicken!, nordbayern.de ("Am Mittwoch in Nürnberg:
Proteste begleiten Auftritt von Daniele Ganser", 10.5.23):
hier
klicken!
Nürnberg: Schilder und Plakate am Enver-?im?ek-Platz
wurden beschmiert / Schriftzüge "Enver-?im?ek-Platz"
und "NSU" unleserlich gemacht (Mai 2023)
Wie uns mitgeteilt wurde, wurden am Enver-?im?ek-Platz in
Nürnberg mehrere Schilder und Plakate beschmiert. Auf
einem Straßenschild mit dem Namen des Platzes ist alles
schwarz gefärbt, auf einem Plakat mit der Parole "Nie
wieder NSU" ist das Wort "NSU" unleserlich
gemacht worden.
Wir sehen: Die miltante, extrem rechte Szene protestiert
auf ihre eigene Art und Weise gegen die verharmlosende
Darstellung in den diesjährigen Sicherheitsberichten von
Polizei und Kommune! Zudem scheint das öffentliche
Gedenken für das Opfer einer neonazistischen Terrorgruppe
dieser Szene nicht zu passen! Der NSU-Sympathisantensumpf
in Nürnberg lebt leider nach wie vor!
(6.5.23)
nordbayern.de ("Unbekannte beschmieren in Nürnberg
Straßenschild von NSU-Opfer Enver Simsek", 7.5.23): hier
klicken!
Nürnberg / München: Ehemals führender Neonazikader und
V-Mann des Verfassungsschutzes vor dem zweiten
bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss - Behördliche "Mauer
des Schweigens" und weiterhin "schützende
staatliche Hand" über Kai D. / Personalakte von
Kai D. offenbart "Abgründe, die weit über das
hinausgehen, was bereits in der Öffentlichkeit bekannt
ist" (Mai 2023)
In einer vor knapp zehn Jahren erschienenen Broschüre zu
den NSU-Morden und deren behördlicher Aufarbeitung wurde
eine behördliche "Mauer des Schweigens" kritisiert
und gefragt, ob der Staat weiterhin seine schützende Hand
über Kai D. hält, den ehemaligen Neonazikader und V-Mann
des Verfassungsschutzes. Das Kürzel "Kai D." fand
sich nebst Handynummer auf einer "Garagenliste"
von Kontakten des NSU-Terroristen Uwe Mundlos, daher unter
anderem das Interesse an dieser Person.
Der Bericht über den jüngsten Auftritt Kai D.'s vor dem
nunmehr zweiten bayerischen NSU-Untersuchungsausschuss
(Nürnberger Nachrichten, 4.5.23, Printausgabe) deutet
darauf hin, dass besagte Mauer und schützende Hand
weiterhin existieren. Im Artikel heißt es unter anderem,
dass Vertreter des bayerischen Verfassungsschutzes das
Geschehen im Saal überwachten und die Vertreter von CSU
und FW weitergehende Initiativen (Anrufung des
Ministerrats) blockierten. So kam D. mit seiner dreisten
Tour, an den entscheidenden Stellen nichts zu wissen und
nichts zu sagen, erneut durch.
In dem Artikel wird aus einem Brief des
Ausschussvorsitzenden Schuberl an den bayerischen VS-Chef
zitiert: "Nachdem ich die Personenakte von Herrn D.
einsehen konnte, kann ich gut verstehen, dass das Amt
ein Öffentlichwerden der konkreten Tätigkeit von Herrn
D. verhindern möchte. Sie offenbart Abgründe, die weit
über das hinausgehen, was bereits in der Öffentlichkeit
bekannt ist". Nicht zum ersten Mal kamen Fragen nach
der Art der Tätigkeit von D. für den VS auf, weil jener in
den 1990er Jahren finanziell "vom Verfassungsschutz
völlig abhängig" gewesen sei. War D. nicht nur ein
V-Mann, sondern auch ein fester VS-Mitarbeiter? Baute ein
VS-Mitarbeiter die bundesweite militante Neonaziszene der
1990er Jahre mit auf? Erklären derartige Verstrickungen
den Unwillen staatlicher Behörden, den NSU-Komplex
aufzuklären?
Zum Nachlesen ein Artikel von Robert Andreasch aus dem
Jahr 2014 auf der Homepage des Aida-Archivs München: hier
klicken!
(4.5.23)
|
|
 |