 |
Oktober
- Dezember 2025

September
2025

August 2025

Juli 2025

Juni 2025

Mai 2025

April 2025

März 2025

Februar
2025

Januar 2025

Dezember
2024

November
2024

Oktober
2024

September
2024

August 2024

Juli 2024

Juni 2024

Mai 2024

April 2024

März 2024

Februar
2024

Januar 2024

Dezember
2023

November
2023

Oktober
2023

September
2023

August 2023

Juli 2023

Juni 2023

Mai 2023

April 2023

März 2023

Februar
2023

Januar 2023

Dezember
2022

November
2022

Oktober
2022

September
2022

August 2022

Juli 2022

Juni 2022

Mai 2022

April 2022

März 2022

Februar
2022

Januar 2022
 |
|
| Druckversion |
München, zweiter NSU-Untersuchungsausschuss:
Bayerisches Justizministerium löschte NSU-relevante
Akten / Soll Aufklärung verhindert werden? (September
2022)
Laut br.de (29.9.22) löschte das bayerische
Justizministerium zwanzig NSU-relevante Akten. Wie die
Initiative NSU Watch (Twitter, 29.9.22) präzisierte,
wurden laut dem Vorsitzenden des zweiten bayerischen
NSU-Untersuchungsausschusses, Toni Schuberl, "allein
während des kurzen Löschmoratoriums (...) mindestens 20
Akten von sieben prominenten Personen gelöscht: zu Kai
D., zum Chef der 'Fränkischen Aktionsfront', zum
früheren Blood & Honour Franken-Chef, zu Martin
Wiese und anderen".
Weitere derartige Nachrichten sind zu erwarten. Die
zuständigen Behörden mauern erneut und wollen
offensichtlich Aufklärung verhindern. Die knapp bemessenen
zeitlichen Möglichkeiten des NSU-Untersuchungsausschusses
werden durch die Löschaktionen massiv behindert.
heise.de ("V-Mann "Undertaker" bleibt mysteriös: Weitere
Akten im NSU-Komplex vernichtet", 7.10.22): hier
klicken!, br.de ("U-Ausschuss NSU: 20 Akten im
Justizministerium vernichtet", 29.9.22): hier
klicken!
Bamberg und Nürnberg, 26. September: Querdenker-Demos
mit NPD-nahem Transparent,
Nürnberger-Kodex-Geschichtsrevisionismus, AfD-Stadtrat
am Transparent (September 2022)
Am 26. September marschierten rechtsoffene QuerdenkerInnen
unter anderem in Nürnberg und in Bamberg auf. In beiden
Städten wurde versucht, die Themen zunehmende Armut sowie
Krieg in der Ukraine für sich zu vereinnahmen.
In der Frankenmetropole - rechtsoffener Platzhirsch ist
das "Team Menschenrechte Nürnberg" - fiel AfD-Stadtrat
Krestel am "Rote-Linie"-Transpi auf. Auch ein
Transparent, das für die ekelhafte und
geschichtsrevisionistische Nürnberger-Kodex-Kampagne
wirbt, war zu sehen (vgl. unsere Berichterstattung Ende
August 2022).
Die Bamberger "Freiheitsbewegung Stay Awake" brillierte
diesmal mit NPD-nahem Transi ("Heimat! Franken
verteidigen!") und diversem Verschwörungsgedöns ("Stoppt
den Great Reset").
(27.9.22)
Ansbach und Neumarkt, 17. und 18. September:
Querdenker-Demos mit NPD-nahem Transparent, "Lügenpresse"-Sprechchören,
AfD-Aktivist am Fronttransparent (September 2022)
- ergänzt -
Am gestrigen Samstag (17.9.22) marschierten
QuerdenkerInnen im mittelfränkischen Ansbach mal wieder
zusammen mit einer Gruppe, die ein NPD-nahes Transparent
trug ("Gemeinsam für unsere Heimat Franken"). Auf
der Demo, zu der auch Team Menschenrechte Nürnberg (TM
Nürnberg) aufgerufen hatte, waren zahlreiche TM-Schilder
zu sehen. Zeitweise erschollen wie zu Pegida-Zeiten "Lügenpresse"-Sprechchöre.
Am heutigen Sonntag (18.9.22) zog eine Querdenker-Demo
durch Neumarkt. Am Fronttransparent ein AfD-Aktivist mit
blauer Parteimütze. Auch zu dieser Demo hatte TM Nürnberg
mobilisiert.
(18.9.22)
Mittelfranken: Mittelstands-Union der CSU fischt am
rechten Rand (September 2022)
Wie die Nürnberger Nachrichten (16.9.22, Printausgabe)
schrieben, lädt die Mittelstands-Union des
CSU-Bezirksverbands Mittelfranken Hans-Georg Maaßen ein,
den geschassten ehemaligen Verfassungsschutz-Chef, der nun
emsig im Rechtsaußenspektrum unterwegs ist.
Die Einladung Maaßens ist nicht überraschend, wenn man die
Facebookseite dieser CSU-Arbeitsgemeinschaft unter die
Lupe nimmt. Dort wird regelmäßig auf Medien aus dem
rechtspopulistisch und extrem rechts agierenden Spektrum
verlinkt: AUF1, Hallo Meinung, Tichys Einblick usw.
Überregional: Ermittlungen gegen fünf mutmaßliche
NSU-UnterstützerInnen inklusive Mandy S., die seinerzeit
in der fränkischen Naziszene aktiv war, eingestellt /
Gegen vier Personen wird noch ermittelt (September 2022)
Wie unter anderem br.de und spiegel.de (14.9.22)
schrieben, wurden die Ermittlungen gegen die fünf
mutmaßliche NSU-UnterstützerInnen Jan W., Max-Florian B.,
Mandy S., 47 und Thomas M. (früher S.) eingestellt. Gegen
Susann E., Pierre J., André K. und Hermann S. werde noch
ermittelt.
Zu Mandy S. schreibt br.de: "In Bayern war vor allem
Mandy S. in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten.
Die sächsische Friseurin galt als eine der wichtigsten
und frühesten Helferinnen der späteren Terrorgruppe. Sie
soll dem NSU-Kerntrio, bestehend aus Uwe Mundlos, Uwe
Böhnhardt und Beate Zschäpe, 1998 beim Untertauchen
geholfen haben. Zudem soll sie Beate Zschäpe
Ausweisdokumente zur Verfügung gestellt haben, damit
diese unter S. Namen leben konnte. S. geriet auch
deshalb ins Visier von Ermittlern und Journalisten, weil
die damalige Neonazi-Aktivistin Anfang der 2000er-Jahre
in der Region Nürnberg wohnte und dort politisch aktiv
war. Sie nahm unter anderem an Aufmärschen der
rechtsextremen Szene teil und war fest in die fränkische
Neonazi-Szene eingebunden. Zu dieser Zeit verübte der
NSU einen Sprengstoffanschlag und mehrere Morde in
Nürnberg. Die genauen Hintergründe sind bis heute nicht
aufgeklärt".
Es steht zu befürchten, dass auch die restlichen
Ermittlungsverfahren wegen Unterstützung einer
terroristischen Vereinigung eingestellt werden.
Ermittlungseifer in Sachen NSU und die Ausübung von Druck
auf die rechte Szene kann man den bundesdeutschen Behörden
wahrlich nicht vorwerfen.
nordbayern.de ("Nach Schießübungen in Franken: Verfahren
gegen Verdächtige im NSU-Komplex eingestellt", 16.9.22): hier
klicken!, br.de ("Verfahren gegen mutmaßliche
NSU-Unterstützer eingestellt", 15.9.22): hier
klicken!, spiegel.de ("Bundesanwaltschaft stellt
fünf Verfahren im NSU-Umfeld ein", 15.9.22): hier
klicken!
Fürth: Geldstrafe wegen Veröffentlichung eines gelben
Sterns mit Aufschrift "not vaccinated"
(Septemberg 2022)
Wie die Nürnberger Nachrichten (nn.de und Printausgabe,
12.9.22) schrieben, stand ein 57-Jähriger wegen
Volksverhetzung vor dem Fürther Amtsgericht. Er hatte auf
Facebook einen gelben Stern mit der Aufschrift "not
vaccinated" (ungeimpft) - ähnlich dem "Judenstern"
aus der Nazizeit - veröffentlicht und wurde nun zu einer
Geldstrafe von 60 Tagessätzen verurteilt. Das Urteil ist
vermutlich noch nicht rechtskräftig.
In der Querdenkerszene geradezu epidemisch sind die
Vergleiche der Corona-Politik der Bundesregierungen mit
der Nazizeit. Dadurch werden extrem rechtem Gedankengut
die Tür geöffnet und die Verbrechen der Nazi-Ära
verharmlost.
(12.9.22)
Nürnberg: Vereinnahmungsversuch der Querdenker
gescheitert (September 2022)
Wie uns berichtet wurde, versuchten etwa zehn Personen aus
der Querdenkerszene, darunter bekannte AktivistInnen von
"Team Menschenrechte Nürnberg", am Rande der Samstags-Demo
des Bündnisses "Nicht allein! Initiative soziale
Sicherheit" zu provozieren, einer sogar mit einem Megaphon
ausgerüstet. Nachdem sie verbalen Widerspruch ernteten und
auch von Polizeibeamten beobachtet wurden, verließen sie
nach und nach unverrichteter Dinge die Veranstaltung.
(12.9.22)
Erlangen: Illegale "Corona-Rebellen"-Schule -
Betreiber/in kassierte Bußgeld (September 2022)
Wie die Nürnberger Nachrichten (10.9.22, Printausgabe)
berichteten, wurde nun eine Person aus der Querdenkerszene
wegen Betreibens einer illegalen Schule in der Königsmühle
in Erlangen-Eltersdorf zu einem Bußgeld verurteilt. Zuvor
waren bereits einige Eltern mit Bußgeldern belegt worden.
Die juristischen Verfahren sind vermutlich noch nicht
abgeschlossen.
Interessant: Die bei der polizeilichen Durchsuchung im
Januar 2022 in der Königsmühle angetroffenen
schulpflichtigen Kinder kamen größtenteils nicht aus dem
Zuständigkeitsbereich des Erlanger Schulamtes, sondern "aus
der Stadt Nürnberg und den Landkreisen Roth, Kitzingen,
Bamberg, Erlangen-Höchstadt, Forchheim und Fürth".
Das Projekt aus der rechtsoffenen Querdenkerszene scheint
also überregionale Bedeutung gehabt zu haben.
Die Vorgeschichte: Ende November 2021 wurde
bekannt, dass in der Königsmühle in Erlangen-Eltersdorf
aus der Querdenkerszene heraus eine illegale "Schule"
betrieben wurde. In dem abgezäunten Privatgrundstück seien
während der Schulzeit Kinder im Schulalter gesichtet
worden. Die "Schule" soll sich an Inhalten von Ricardo
Leppe, einem "selbsternannten Lerncoach und
Zauberkünstler" aus Österreich, orientiert haben
(nordbayern.de, 24.11.21). Im Januar 2022 kam es dann zur
polizeilichen Räumung, dabei wurden fünfzehn
schulpflichtige Kinder angetroffen. Es existieren Bezüge
einiger Aktiver im Umfeld der "Schule" zur
Reichsbürgerszene (wir berichteten mehrfach).
(10.9.22)
Nürnberg: "Sieg Heil" und Hitlergruß in der
Südstadt (September 2022)
Laut nordbayern.de (9.9.22) rief ein 49-jähriger Mann am
Helmut-Herold-Platz im Nürnberger Stadtteil Gibitzenhof
zunächst die NS-Parole "Sieg Heil" und zeigte dann
den Hitlergruß.
nordbayern.de ("Festnahme in Nürnberger Südstadt:
Hitlergruß gezeigt", 9.9.22): hier
klicken!
Schwabach: "Sieg Heil" am Skaterplatz gesprüht
(September 2022)
Laut infranken.de (5.9.22) haben Unbekannte an einem
Schwabacher Skaterplatz die NS-Parole "Sieg Heil"
gesprüht.
infranken.de ("Polizeibericht Schwabach: Politisch
motivierte Schmiererei - Zeugenaufruf", 5.9.22): hier
klicken!
Heiligenstadt (Lkr. Bamberg): Jüdischer Friedhof wurde
geschändet (September 2022)
- aktualisiert -
Wie br.de (3.9.22) berichtete, wurde der jüdische Friedhof
in Heiligenstadt (Landkreis Bamberg) geschändet.
Unbekannte rissen fünf Grabsteine aus dem Boden und warfen
diese dann um.
Update:Laut infranken.de (28.9.22) soll der Täter
ein 13-Jähriger aus dem Landkreis Bamberg gewesen sein.
Unklar ist, warum die Polizei politische Motive
ausschließt, nur weil der Junge angab, die Taten nach
einem Streit mit seiner Mutter begangen zu haben.
infranken.de ("13-Jähriger stößt Grabsteine auf Friedhof
um - und liefert seltsame Gründe", 28.9.22): hier
klicken!, br.de ("Grabsteine auf jüdischem Friedhof
herausgerissen und umgeworfen", 3.9.22): hier
klicken!
Nürnberg: Hakenkreuz und rechte Graffiti auf
Gedenktafel für Sozialistin und Frauenrechtlerin
geschmiert (August / September 2022)
- ergänzt -
Wie uns gemeldet wurde (31.8.22), wurde eine Gedenktafel
für die Sozialistin und Frauenrechtlerin Marie Juchacz
(1879 - 1956) im gleichnamigen Park im Nürnberger
Stadtteil St. Leonhard mit einem Hakenkreuz beschmiert.
Marie Juchacz emigrierte nach der Machtergreifung der
Nazis zunächst ins Saargebiet, später ins Elsass und nach
Beginn des Zweiten Weltkrieges über Paris nach Marseille.
1941 floh sie mit einem Notvisum über Martinique nach New
York, wo sie bis 1949 lebte, bevor sie schließlich nach
Deutschland zurückkehrte.
Update: Laut nordbayern.de (6.9.22) seien nun
insgesamt vier Gedenktafeln im Marie-Juchacz-Park mit
rechten Graffiti beschmiert worden.
(31.8.22, ergänzt 6.9.22)
nordbayern.de ("Nürnberger Westen: Hakenkreuz an
Gedenktafel", 6.9.22): hier
klicken!
|
|
 |